Burg“Einblicke“ – Grabstein vor der Zehntscheune – „Das Buch“

Vor der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg fallen zwei kleinere Grabsteine ins Auge.

Einer mit aufgeschlagenem Buch und Einer mit einem schlafenden Kind auf einem Kissen.

Zunächst einmal: Für und auf Burg Lichtenberg ist keine eigene Begräbnisstätte bekannt.

Es ist belegt, dass für das Jahr 1750 für den Bereich des Burgfriedens der Burg Lichtenberg ein Friedhof genehmigt wurde, jedoch befand sich dieser nicht auf der Burg, sondern ausserhalb auf  Gemarkung einer der umliegenden Gemeinden.

 

Es ist davon auszugehen, dass die erwähnten Grabsteine als Schmuck zur Burg gebracht wurden.

 

In diesem Artikel soll der Stein mit dem aufgeschlagenen Buch näher beleuchtet werden.

 

Das Grabmal besteht aus dunkelgelbem Sandstein und hat die Maße von ca 45 cm Breite, 60 cm Länge, und ansteigend vorne ca. 25 cm und hinten ca. 55 cm Höhe.

Er zeigt ein aufgeschlagenes Buch welches auf einem Anker liegt. Die Seiten sind mit Eichenlauf und Eicheln verziert, wobei in der Grabsteinsymbolik Eicheln für Stärke, Macht, Unabhängigkeit, Triumph und Wohlstand und ein Anker für „Verankert in Jesus Christus“ und/oder Hoffnung und Schutz stehen

Das Buch selbst enthält eine Inschrift, die nur noch schwer zu entziffern ist.

Trotzdem ist es zum Großteil gelungen, auch wenn ein bisschen Vorstellungskraft notwendig war und bei dem Einen oder Anderen Unsicherheiten bleiben.

Aber nun zum Text:

Hier ruht in Gott

Philippi Gruber

Ghf (Gehilfe) von Vik (Vikar) Dech oder Decker (?)

gest. 4ten Febr (?) 1903 (?)  im Alter

von 62 Jahr 5 Monat (?)

Ruhe sanft

Gbrr

Also handelt es sich bei der Person für den der Stein bestimmt war um den Gehilfen eines Vikars, eines kirchlichen Würdenträgers.

Dies würde auch die Symbolik auf dem Stein erklären.

In dem Kontext würde Buch die Bibel als Lebenswegweiser darstellen und der Anker eben die „Verankerung in Jesus Christus“.

Was das Herstellungsjahr des Steins angeht deutet die verwendete Frakturschrift  sowie die Formgebung des Steines auf die Zeit der Historismus/Neugotik hin.

Damit sollte zumindest das Todesjahr (um 1900) von Philippi Gruber grob gesichert sein.

Vielleicht bringt ja die Zeit weiteres ans Licht oder jemand der werten LeserInnen kann weiterhelfen!?

Quelle:

Recherche Rauch, Burgverwaltung

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