Als im Jahre 2021 die Sicherheitsbeleuchtung auf der „Unterburg“ installiert wurde mußte für die elektrische Leitung ein Graben ausgehoben werden.
Im Schutt fiel ein ovaler Stein auf, welcher nicht natürlichen Ursprungs schien. Klar sichtbar sind feine Hauspuren welche die Oberfläche aufrauen. Der Stein wurde „gepickt“. Das Gewicht beträgt ca. 5,4 Kilogramm, die Masse sind ca. 22 cm Länge und 13 cm im Durchmesser. Das eiförmige Gebilde besteht aus dem hier vorkommenden „Kuselit“.
Die Liegetiefe lässt sich nicht mehr genau bestimmen, dürfte aber zwischen 30 und 40 cm gewesen sein.
Bei erster Betrachtung ging man davon aus, dass es sich um ein mittelalterliches Wurfgeschoss handeln könnte.
Als im Jahre der 2025 der entsprechende Experte und Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung Dr. Michael Kirchschlager den Stein zur Begutachtung vorgelegt wurde hegte er starke Zweifel an dem Zweck als Wurfgeschoss.
Vielmehr ordnete er den Gegenstand als „Mittelalterlicher Reibestein“ also ein Utensil der Küche ein.
Ein Reibestein diente Mahlen, Reiben und Zerkleinern der verschiedensten Zutaten wie Gewürzen, Kräutern, aber auch Gemüse. Eben was so in der Küche gebraucht wird um es direkt zu verwenden oder auch besser aufbewahren zu können.
Ob der mutmaßliche Reibestein aus einer Küche eines der sich auf der Unterburg befindlichen „Burgmannenhäuser“ stammt oder auf anderem Wege dorthin gelang ist lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen.
Quelle:
Recherche Andreas Rauch
Dr. Michael Kirchschlager, Historiker und Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung
