„Habe Schwert – will Fechten – Workshop“ auf Burg Lichtenberg vom 02. – 04. Juni 2023

In Zusammenarbeit mit Martin Roth bietet Burg Lichtenberg ein Schwertkampfseminar an.

Martin Roth ist Schwertkampftrainer bei der Vereinigung „Societas Barbarossa“ und besitzt über 15 Jahren Erfahrung im HEMA und 36 Jahren Kampfkunstroutine.

Das Seminar richtet sich an Personen, die sich zwar ein Schwert zugelegt haben, bisher jedoch noch nicht die Gelegenheit oder Lust hatten sich ernsthaft mit dem Umgang damit auseinanderzusetzen oder einfach noch einmal ihre Kenntnisse auffrischen oder ergänzen wollen.

Progammablauf:

Freitags 02.06. Abend ab 19.00 Uhr

Seminiarbeginn (nicht zwingend. Wer eben will)

Einführungen und Erklärungen zum Schwertkampf allgemein

Samstags 03.06.

10.00 bis 19.00 Uhr

Grundlagen wie Fußarbeit und Haltung, Attacken und Paraden, einfache Techniken, leichtes Sparring

Sonntag 04.06.

10.00 bis 16.00 Uhr

Wiederholung und Vertiefung des Gelernten, erweiterte Technik

Ab 16.30 Uhr Abschluß und Verabschiedung

 

Allgemeines:

Kosten: 95 Euro pro Person – zahlbar bei Seminarbeginn

Anmeldung bei der Verwaltung Burg Lichtenberg

Telefon 06381 8429 E-Mail: burg-lichtenberg@kv-kus.de

Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen

Mindestalter 18 Jahre

Es sollte ein eigenes Schwert sowie einfache Schutzkleidung, vor allem Handschuhe, vorhanden sein.

Mittagspause jeweils von ca. 12.00 bis 13.00 Uhr – Selbstversorgung.

Eine Grillmöglichkeit ist vorhanden.

Übernachtung, sofern Zimmer verfügbar sind, in den umliegenden Hotels „Hotel Saar“ Telefon 06381 427317, „ Hotel Burgblick“  Telefon  06381 92770 oder der Jugendherberge auf Burg Lichtenberg 06381 2632. Es besteht aber auch die Möglichkeit auf dem Burggelände zu zelten.

Sagen und Legenden – Die Goldameisen

Zu einer Burg gehören irgendwie ruhelose Geister und weiße Frauen, Schätze und geheime Gänge, Sagen und Märchen.

So auch bei Burg Lichtenberg. Eine dieser Geschichten beschreibt der berühmte Bewohner der ehemaligen Gemeinde auf Burg Lichtenberg, der Nagelschmied und Heimatdichter Christian Forsch (1869 bis 1944).

Durch ihn überkommt uns die Legende der „Goldameisen“:

„In unserer Stube (auf Burg Lichtenberg), neben dem Ofen lagen einige Steinplatten, unter welchen der Raum hohl war. Was sich darunter befand, ist mir nicht bekannt geworden bis auf den heutigen Tag. Meine Eltern und Großeltern hatten niemals versucht die Platten zu heben, um zu erforschen, was für ein geheimnisvolles Gemach darunter verborgen sei. Eines Tages, so erzählten mir die Großeltern, saßen sie beieinander am Ofen indes jeder seine Arbeit tat. Da kamen auf einmal aus den Ritzen zwischen den Platten eine Unmenge gelber Ameisen hervor. In seiner Überraschung rief der Großvater aus: „Heiliger Donnerwetter, wo kommen denn die vielen Ameisen her? Philippine, halte die Schürze auf, damit ich sie hineinfasse und hinaustragen kann“. Sie mühten sich nun beide darum aber kein einziges Tierlein bekamen sie in ihre Gewalt. Wie sie gekommen waren, so verschwanden sie wieder in den Ritzen. Mein Großvater hatte sie durch seinen Fluch vertrieben! Hätte er es nicht getan, so wären sie alle zu Gold geworden und meine Großeltern wären geholfen gewesen für ihr Lebtag. Sie warteten noch oft, aber die Goldameisen zeigten sich nicht mehr, nur soll am hellen Tag öfter Licht an der betreffenden Stelle gesehen worden sein“.

So weit die Legende.

Auch wenn Ameisen nicht wirklich aus Gold sind, so sind sie doch für Mensch und Natur Gold wert. Sie sind ein wichtiger Bestandteil einer intakten Natur und erledigen vielfältige Aufgaben. Nicht umsonst stehen viele Arten unter Schutz. Wir sollten sie nicht nur als unangenehme Mitbewohner sehen sondern als das was sie sind, ein wichtiger Bestandteil in dem vielfältigen Leben auf unserer schönen Erde.

Sie wollen mehr wissen?

Wir arbeiten mit dem Ameisenexperten

Michael Müller

06337 2099119

Isegrim2014@aol.com

Kontaktieren Sie ihn doch einfach.

Ausserdem sind entsprechende Informationsveranstaltungen auf Burg Lichtenberg in Planung.

Quelle: Legenden und Sagen aus unserer Westrichheimat – gesammelt von Daniel Hinkelmann

Text: Andreas Rauch

Metverkostung auf Burg Lichtenberg am 11. und 12. März

Met – Honigwein – ist ein alkoholisches Getränk auf der Basis von Honig, Wasser und Hefe.

Er begleitet die Menschheit schon seit über  20.000 Jahren. Ursprünglich aus Afrika wurde die berauschende Wirkung eher zufällig entdeckt und von den Menschen sehr bald geschätzt.

Uns ist der Genuß von Met vor allem durch die nordischen Völker bekannt. Filme, Bücher und Romane berichten über den häufig übermäßigen Gebrauch, seine Beliebtheit und seine kultische Bedeutung.

Der Met und seine Beliebtheit hat bis heute überdauert und erfreut sich wieder steigender Aufmerksamkeit.

Um das Herstellen von Met hat sich ein regelrechtes Handwerk entwickelt. Inzwischen gibt es ihn in recht vielen Geschmacksrichtungen.

Am 11. und 12. März können Sie auf Burg Lichtenberg gleich nach dem ersten Tor  bei dem Metexperten Andreas Schommer bei Harfenmusik allerlei über das Getränk der Götter erfahren. Lassen Sie sich von der Vielfalt überraschen.

 

Sagen und Legenden – Der Komm-Mit-Brunnen

Zu einer Burg gehören irgendwie ruhelose Geister und weiße Frauen, Schätze und geheime Gänge, Sagen und Märchen.

So auch bei Burg Lichtenberg. Eine dieser Sagen beschreibt Jakob Gasters, Lehrer in Thallichtenberg von 1924 – 1654 in dem Gedicht über den Komm-Mit-Brunnen

Am Wege zur Burg Lichtenberg ein Brunnen liegt am Wegesrand,

von ihm erzählt uns eine Sage, wer hier ein traurig Ende fand.

Zigeuner hatten einst am Hang ihr buntes Lager aufgeschlagen.

Sie hausten froh mit Weib und Kind im kleinen, grünen Wanderwagen.

Ein schönes Mädchen war dabei, ein rassiges Zigeunerblut.

Blau-schwarz ihr Haar, in den Augen träumt der weiten Pusta Sonnenglut.

Des Grafen Sohn kam von der Jagd vorbei am Lager, stolz zu Ross,

sein Pferd dort scheute, warf in ab, das Blut ihm von der Wange floss.

Das Mädchen eilte flink herbei, verband ihm liebevoll die Wunde.

Geleitet ihn vor das Tor und brachte von dem Unglück Kunde.

Beim Abschied schauten sie sich an, lang hielt der Graf des Mädchen Hand.

Scheu lief sie fort, er starrte wach, bis im Gebüsche sie verschwand.

Als dies vernahm der alte Graf, da wetterte der alte Mann,

„die Bande muss verschwinden, die schwarze Hex war schuld daran.“

Der junge Graf war fürderstille, im Herzen war die Lieb erwacht.

Es zog ihn zu dem Mädchen hin, die Sehnsucht quält ihn Tag und Nacht.

Er schlich sich oft die Burg hinaus, wo abends er die Liebste fand.

Da zog das Glück in junge Herzen, die Liebe schlug ihr heilig Band.

Man brachte dem Vater davon Kunde, der tobte wild im grimmen Zorn.

Gab Knechten heimlich den Befehl: „Werft mir die Hexe in den Born“.

Die böse Tat ward ausgeführt, das Mädchen plötzlich blieb verschwunden.

Der Sohn mit wehem Herzen sucht, die Liebste aber blieb verschwunden.

Als nachts ihn wieder Kummer quälte, floh er die Burg mit wirrem Sinn.

Da trieb es plötzlich ihn mit Macht, zum Brunnen an dem Wege hin.

Er starrte in den tiefen Grund, da sah er in den Brunnen tief.

Zwei Augen leuchten voller Weh und eine Stimme klagend rief:

„Komm mit! Komm mit!“

„Komm her zu mir, du herzensguter, treuer Mann.

Man hat im Brunnen mich ertränkt, was hab ich böses denn getan?“

Dem Grafen schwanden seine Sinne, sank stöhnend auf den Brunnenstein,

dann sprang er in die dunkle Flut, um bei der Liebsten nah zu sein.

Man zog die beiden aus dem Brunnen, es wurde viel geklagt, geweint.

Durften sie das Leben nicht verbinden, der Tod sie hatte nun vereint.

Und heute noch in stillen Nächten, am Brunnen hört man leises Klagen:

„Komm mit! Komm mit!“

Wir fanden Ruh nach kurzem Glück und langen Tagen“

Der Nachtwind weht die Klage fort, hinüber zu den alten Mauern.

Den grauen Zeugen jener Zeit, sie schweigen ernst und trauern.

Soweit die Sage!

Es handelt sich um einen wohl tieferen Brunnen in der Nähe des alten Körborner  Friedhofes ca. 200 m östlich der Burg. Heute nicht mehr auffindbar.

Auf einem Gemälde aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Näher 1887, Blatt 9) ist am Weg von Körborn zur Burg ein gefasster Brunnen zu sehen. Hierbei könnte es sich um besagten Komm-Mit-Brunnen handeln.

Eine andere Vermutung ist, dass sich der Brunnen gegenüber des Friedhofes befunden hat. Der alteigesessene Körborner Bürger und Kenner der Geschichte Bernhard Mensch weiß noch die Aussage eines alten Mannes der sich dahin geäußert haben soll, dass der marode „Komm-Mit-Brunnen“ auf seinem Grundstück in den 1930er Jahren zugeschüttet wurde.

Laut dem Heimatkenner und -forscher Daniel Hinkelmann wurde der Brunnen beim Neubau der Körborner Straße 1937 zugeschüttet. Er selbst konnte sich noch daran erinnern, dass der Brunnen mit schweren Treppenstufen abgedeckt war und sie als Kinder kleine Steine durch die Fugen warfen und sie sich dabei über Tiefe wunderten (siehe: Legenden und Sagen aus unserer Westrichheimat – Gesammelt von Daniel Hinkelmann)

Die Sache ist sicherlich weitere Nachforschungen wert.

Quelle: Recherche Rauch

Text: Andreas Rauch, Burgverwaltung

Streit um Burg und Herrschaft Lichtenberg vor über 750 Jahren

Der Besitz von Burg Lichtenberg war nicht immer eindeutig.

Immerhin ging es um Land und Geld, um Einfluß und Macht. Stoff für Geschichten.

Ein Beispiel sei hier angeführt:

Um Burg und Herrschaft Lichtenberg bestand in den 1250er Jahren bis 1260 ein langer Streit zwischen Heinrich (des II.)  Graf von Zweibrücken und Wildgraf Emich.

Unter Vermittlung ihrer Mannen und Ministerialen sind beide wie folgt übereingekommen:

Agnes, Tochter des verstorbenen Gerlach, Graf von Veldenz, soll die erwähnte Herrschaft mit allen Gütern der Grafschaft Veldenz bekommen.

Stirbt sie ohne Erben, sollen Heinrich Graf von Zweibrücken, Wildgraf Emich und Simon Graf von Sponheim die Herrschaft in drei gleiche Teile splitten.

Kommt zwischen Emichs Sohn und Simons Tochter eine Ehe zustande, sollen die Anteile Emichs und Simons diesen Kindern bleiben.

Kommt diese Ehe nicht zustande, fällt Simons Anteil an Heinrich und Emich, welche sich dann die Herrschaft teilen.

Solange Agnes von Veldenz unter Vormundschaft ist, sollen Heinrich und Emich deren Güter mit aller Sorgfalt schützen und verteidigen.

Lehen der Grafschaft Veldenz, die vakant (frei) werden und ohne Erben sind, sollen die drei Herren unter sich aufteilen.

Zeugen: Wildgraf Konrad, Ludolf von Schmidtburg, Frank von Sponheim, Johann von Hottenbach, Cuno von Montfort, Wilhelm, Reinold und Gottfried genannt Ungerech, alle Ritter, und andere adlige und ehrbare Leute. Gesiegelt wurde die Urkunde von den drei Grafen Heinrich Graf von Zweibrücken, Wildgraf Emich und Graf Simon von Sponheim.

Die entsprechende Originalurkunde vom 23. September 1260 befindet sich im Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (Signatur:  BayHStA, Grafschaft Sponheim Urkunden 24; Erscheinungsort Grafschaft Sponheim Urkunden; Erscheinungsjahr 1260 September 23)

Quelle:

Bayrisches Landeshauptarchiv

Bildrechte:

Wappen Zweibrücken – Ziegelbrenner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Wappen Wildgraf – freie Verwendung

WanderTreff Burg Lichtenberg – Auf den Spuren von Pirminus am 08.02.2023

Priminius gilt als Bote des christlichen Glaubens im Westrich.

Erwandern Sie am 08.02.2023 auf einem ca. 10 km langen Rundweg die schöne Landschaft des Westrichs. und erleben Sie eindrucksvolle Panoramabilder, Besuchen Sie die katholische Kirche und die Viergöttersteine, auf denen die Götter Juno, Merkur mit Caduceus, Minerva und Herkules zu erkennen sind. Lassen Sie anschließend den Wandertag im Lokal Özge ausklingen.

Termin: Mittwoch den 08.02.2023

Start: Um 13.00 Uhr am Bahnhof Glan-Münchweiler

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Unkostenbeitrag: 5,00 Euro/Person

Einführung in die spanische Fechtkunst der Renaissance mit Christian Lee-Becker am Samstag, 18. 02. 2023 von 10.00 – 16.00 Uhr

Wer will nicht wie Walt Disneys „Gestiefelter Kater“ oder Arturo Pérez-Reverte’s „Alatriste“ mit dem Degen umgehen können?

Den Einstieg können Interessierte bei einem Fechtseminar auf Burg Lichtenberg am 18. Februar mit Christian  Lee-Becker finden.

Inhaltlich bietet Christian den Einstieg in das spanische Fechtsystem La Verdadera Destreza nach Francisco Lórenz de Radas Buch „Nobleza de la Espada“ von 1705 an. Dabei geht es vornehmlich um das Fechten mit dem spanischen Glockenrapier des späten 17. Jahrhunderts.

Hauptsächlich soll der Fokus auf Fussarbeit, Körpermechanik und Klingenbindung liegen.
Natürlich werden auch diverse spezifische Konzepte und Techniken behandelt.

Das Ziel ist einen umfassenden Einstieg und Einblick in das System des spanischen Degenfechtens zur Zeit der Renaissance zu geben.

Das Seminar ist  für Anfänger geeignet, aber auch Degenfechter mit Erfahrung sind willkommen

Zum Trainer

Christian ist Leiter und Trainer der Academia da Espada Deutschland. Er trainierte von 2017-2022 bei den Pfälzer Schwertlöwen – Historische Kampfkünste e.V. in Neustadt/Wstr. und war dort Gründungsmitglied und Trainer, von 2018 bis 2020 auch Vorstandsmitglied. 2022 gründete er seine eigene Fechtgruppe („Academia da Espada Deutschland“ im TSV Iggelheim 1884 e.V.), welche die deutsche Tochterschule der Academia da Espada unter Maestro Ton Puey ist.

Seit Ende 2019 hat er sich auf das Fechten nach dem iberischen System La Verdadera Destreza mit dem spanischen Glocken-Rapier und dem Montante spezialisiert. Zusammen mit Malte Melms betreibt Chris das deutsche La Verdadera Destreza Projekt namens Cuadratura del Circulo. Nebenbei trainiert er zudem das Fechten nach Ridolfo Capo Ferro in der Fechtschule Krifon in Edingen-Neckarhausen bei Heidelberg unter ADFD (Akademie der Fechtkunst Deutschlands) Fechtmeister Christian Bott. Chris absolvierte 2021 den Trainer C-Lehrgang des Bayerischen Fechterverbandes im Bereich des Historischen Fechtens.

In sportlicher Hinsicht errang er mit seinem Turniersieg auf dem Hieb- und Stich-Fest in Koblenz den Titel des Deutschen Meisters 2021 in der Disziplin Rapier und wurde 2022 auf dem International Rapier Seminar in Kopenhagen als „Best Technical Fencer“ ausgezeichnet. Seit 2022 gehört er dem DDHF Nationalkader in der Disziplin Rapier an. Seit 2023 ist er auch dessen Trainer.

Mitbringen (falls vorhanden)

  • Maske
  • Halsschutz
  • Brustschutz
  • leichte Handschuhe
  • Rapier
  • Jacke (freiwillig)
  • Tiefschutz (für die Männer)

Es werden min. 12 Leihrapiere zur Verfügung gestellt sowie Leihausrüstung in begrenzter Anzahl.

Kosten/Sonstiges

Die Teilnahmegebühr beträgt 30,00 Euro pro Person und wird vor Ort gezahlt.

Maximal  Teilnehmerzahl 15 Personen

Mindestalter 18 Jahre

Bitte Verpflegung selbst mitbringen.

Anmeldung

Verwaltung Burg Lichtenberg

Telefon 06381 8429

E-Mail: Burg-Lichtenberg@kv-kus.de

Der innere Halsgraben und nördliche Zwinger (Errichtung Mitte des 15. Jahrhunderts)

Zunächst zu den Begriffen

Als Halsgraben wird ein künstlich angelegter Graben bezeichnet, der die Seite des Areals abriegelt, das nicht durch natürliche Hindernisse geschützt ist.

Burg Lichtenberg als Spornburg ist auf Grund ihrer Lage an drei Seiten von steil abfallenden Berghängen geschützt. Ein wirkungsvoller Angriff konnte deshalb nur von der Bergseite erfolgen. Entsprechend wurden dort verstärkt Verteidigungsanlagen geschaffen. Ein Halsgraben war ein wesentlicher Bestandteil dieser Verteidigungsstrategie.

Aus praktischen Gründen erfolgte die Trennung der Burganlage vom restlichen Gelände der Angriffsseite möglichst an der schmalsten Stelle des Bergsporns. Daher auch der Name „Halsgraben“.

Die Burg war dann nur noch über einen relativ schmalen Zugang – oft mit Zugbrücke – erreichbar.

Der Zwinger einer Burg ist grundsätzlich der Raum zwischen zwei Verteidigungsmauern. Wenn es Angreifern gelang, die erste Mauer zu überwinden, befanden sie sich im Zwinger und hatten eine weitere Mauer vor sich. Unter Umständen waren sie in dem Zwingerbereich eingekesselt und ein leichtes Ziel für die Verteidiger. Oftmals gab es mehrere Zwinger, die ein Erobern der Burg erschwerten.

Er galt, wie der Halsgraben, zu Recht als einer der Hauptverteidigungsanlagen einer Burg.

Zwinger sind daher nahezu auf allen mittelalterlichen Wehranlagen zu finden. Übrigens: Hatte der Angreifer trotz aller Widrigkeiten den Zwischenraum durchquert und die Verteidiger zurückgedrängt, so hatte er die Anlage „bezwungen“.

Auch Burg Lichtenberg wurde durch Halsgräben und Zwingeranlagen geschützt. Hier soll der innere Halsgraben und der nördliche Zwinger behandelt werden:

Betritt man die Burg durch das Haupttor, durchquert man zunächst den äußeren Halsgraben, bevor man nach dem 2. Tor auf den inneren Halsgraben trifft.

Inzwischen ist der größte Teil verfüllt und es befinden sich im ehemaligen Grabenbereich ein Kiosk und darüber ein Kinderspielplatz. Im Norden, also etwa im Bereich des heutigen Kinderspielplatzes, ging der Halsgraben dann in den nördlichen Zwinger über. Bereits 1906 beschrieb Walter Haarbeck in seiner Schrift „Lichtenberg. Geschichte der Kirchengemeinde Burg Lichtenberg nebst Beiträgen zur Geschichte der Burg Lichtenberg“ den Halsgraben und die dazugehörige Brücke bzw. Zugbrücke als zweite Erweiterung der Burg, wobei 1906 schon der Halsgraben im nördlichen Bereich verfüllt und der Bogen der Brücke seit langer Zeit vermauert war.

Ursprünglich sah die Sache aber ganz anders aus:

Das Gelände war wesentlich tiefer angelegt und der Zugang zur Burg erfolgte durch eine Bogen- und Zugbrücke (entstanden um 1450).

Der Halsgraben war mit einer von ca. 8 – 9 Meter Tiefe, ca. 50 Meter Länge und einer Breite von ca. 27 Meter Breite recht imposant und ohne Hilfsmittel nicht zu überwinden.

Zusätzliche Sicherungen wurden durch zwei von Osten und Westen her in den Zwinger ausgerichtete Schlüsselschlossscharten, einer Schießscharte im Untergeschoß der „Landschreiberei“ sowie einen Flankierungsturm, der über einen Felswall erreichbar ist, geschaffen.

Nach Norden (Richtung Thallichtenberg) erfolgte die Sicherung durch den nördlichen Zwinger (entstanden in den 1440er Jahren), dessen äußere Mauer mit einer Länge von ca. 180 Metern,  einer Mauerstärke von 0,80 Meter und einer angenommenen Höhe zwischen 8 und 9 Meter die Burg nach Norden (Richtung Thallichtenberg) absicherte. Verstärkt wurde diese Mauer durch 3 Flankierungstürme (Felsenturm, 2. Nördlicher Turm, „gesprengter Turm“). Nachdem die Burg mehr und mehr an Bedeutung verlor, war nach Bränden und der Nutzung als Steinbruch in den 1900er Jahren nur noch mehr oder weniger eine Ruine vorhanden. Gebäude und Verteidigungsanlagen waren verfallen.

In den Jahren 1905 – 1909 erfolgten erste Aufbaumaßnahmen der Burg. Die Arbeiten erfolgten nach den damaligen Kenntnissen aufgrund des vorhandenen historischen Bestandes. Bei dem direkt an die Landschreiberei angrenzenden Torhaus (3. Tor) waren nur noch geringe Reste der Torpfeiler vorhanden. Aber nach den deutlichen Spuren an der benachbarten Giebelwand der Landschreiberei konnte der ganze Torbau wiederhergestellt werden (Behr 1910). Im linken Torrahmen fällt die Jahreszahl 1907 als Wiederaufbaujahr des Torbogens ins Auge. Oberhalb des Tores befinden sich zwei Schlitze, die heute als Fenster ausgeführt sind.

Ursprünglich hatten diese „Fenster“ jedoch die Funktion der Kettenlöcher für die vor langer Zeit vorhandene Zugbrücke inne.

Nach Durchschreiten des 3. Tores ist es soweit. Der innere Bereich der Burg ist fast erreicht. Aber eben nur fast. Die Burg verfügte über weitere Überraschungen, die einen unkontrollierten Zugang erschwerten.

Heute sind diese Zeiten vorbei und die Maßnahmen im Rahmen des „Tourismus für Alle“ sollen auch körperlich nicht so fitten Personen Einblicke in diese wirklich sehenswerte Burg möglichst barrierefrei ermöglichen.

Quellen:

Walter Haarbeck „Lichtenberg. Geschichte der Kirchengemeinde Burg-Lichtenberg nebst Beiträgen zur Geschichte der Burg Lichtenberg“ 1906

Regierungs- und Baurat von Behr „Burg Lichtenberg die Veste und ihre Erhaltung“ 1910

Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde „Burgenlexikon Band III“ 2005

Dr. Stefan Ulrich „Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte von Burg Lichtenberg“, Westricher Heimatblätter Juni 2006

Recherchen Rauch

Text: Andreas Rauch, Burgverwaltung Lichtenberg

Schmiedekurs am 15. bzw. 16. Juli 2023

Beschreibung:

Die Kunst des Schmiedens ist so alt wie das Gewinnen von Metall selbst.

Schnell merkte der Mensch, dass sich Metall durch Erhitzen leichter in die von ihm gewünschte Form bringen lässt. Das Schmieden war erfunden.

In dem Schmiedekurs für Anfänger lernen Sie einfache Gegenstände wie Messer, Gabel oder Kerzenhalter selbst zu gestalten.

Seminarleiter:

Bernd Morgenstern, Herschweiler-Pettersheim

 Wann:

15. und 16. Juli 2023

Teilnehmer/innen:

Frauen und Männer, sowie Jugendliche ab 16 Jahren ( bzw. 14 Jahren mit Begleitperson)

Kosten:

70 € pro Person inkl. aller Materialien sowie der Bereitstellung der notwendigen Werkzeuge

 Anmeldung und Auskunft, Sonstiges:

Anmeldung bei der Burgverwaltung Lichtenberg

Telefon: 06381 8429

E-Mail: burg-lichtenberg@kv-kus.de

Verpflegung nicht enthalten. Für das leibliche Wohl bitte selbst sorgen

 

Der Torturm zur Kernburg

So ändern sich die Zeiten:

Burg Lichtenberg wurde im Rahmen des Programmes „Tourismus für Alle“ zur weitgehend barrierefreien Anlage gestaltet.

Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der ursprüngliche Zweck einer Burg die Verteidigung war und der Zugang entsprechend erschwert oder kontrolliert gestaltet wurde.

Ein Beispiel hierfür ist der doch eng gehaltene Zugang zur Kernburg (Bereich um den Bergfried).

In seinem östlichsten Abschnitt, vor dem Erreichen des eigentlichen Tores zur Kernburg, befand sich das Torhaus. Wann genau es errichtet wurde, ist (noch nicht) bekannt. Es kann allerdings die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts angenommen werden. Das eigentliche Torhaus weist die Maße von 3,80 m (westliche Mauer), 6,00 m (nördliche Mauer), 3,20 m (östliche Mauer) und 5,20 m (südliche Mauer) auf und verfügte ursprünglich über 3 Stockwerke. Die Höhe kann anhand der noch vorhandenen Substanz auf 9-10 Meter geschätzt werden. Damit wird er auch noch von der Wehrmauer der Kernburg gedeckt. Eine Verbindung zum im Nordwesten angrenzenden „Ostpalas“ wird zwar schon 1906 von dem Kenner der Burg Walter Haarbeck vermutet, ist aber nicht endgültig belegt.

Im Osten schließt sich ein Spindelturm an, der neben dem eigentlichen Tor, den Zugang durch den gesicherten Torturm in die Oberburg und auf die Wehrmauer ermöglichte.

Die Überdachung des Torturmes zog sich über den Zugangsweg zur eigentlichen Kernburg.

So entstand ein enger Tunnel, der eine effektive Kontrolle und Verteidigung ermöglichte. Entsprechend war der Zugang zum Torhaus gesichert – mächtige Aussparungen in den ehemaligen Türgewänden, die zur Verriegelung dienten, zeugen davon.

Aber nicht nur der Zugang zur Kernburg erfolgte durch den Torturm, sondern auch der Bergfried war über diesen zu erreichen. Verbunden waren Torhaus und Bergfried wahrscheinlich durch einen „fliegenden Steg“ der bei Gefahr leicht abzubauen oder einzureißen war.

Quelle: Pfälzisches Burgenlexikon Band III

Recherche Rauch

Text: Andreas Rauch