Kategorie: Burg“Einblicke“
THYMIAN- thymus vulgaris
Schon den alten Ägypter war der Thymian als Heil- und Gewürzpflanze bekannt. Heute ist er längst ein fester Bestandteil unserer Küche. Aber er hat weit mehr zu bieten als würzige Aromen für viele Speisen.
Wie einige mediterrane Kräuter gelangte er über die Alpen in unsere Regionen und wurde auch von Hildegard von Bingen als wirksame Heilpflanze anerkannt und genutzt.
Wissenschaftlich bestätigt ist seine medizinische Wirkung auf die Lunge, Bronchien sowie Magen und Darm.
Erfahren Sie mehr bei dem Kräuterseminar auf Burg Lichtenberg. Hier kommen Sie der Natur wieder ein Stück näher und lernen die Wirkung der Pflanzen neu zu schätzen und zu würdigen.
Im Rahmen des Seminars wird pro Veranstaltung eine Pflanze detailliert vorgestellt.
Sie erfahren, wo und unter welchen Bedingungen sie wächst, wann und wie sie geerntet, gelagert, verarbeitet und verwendet wird.
Das Seminar findet in der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg statt. Bitte eine Tasse/Glas, Löffelchen, Gabel und Schälchen mitbringen.
Die Gebühr für die zweistündige Veranstaltung beträgt 15,00 Euro.
Anmeldungen unter 06381-8429 (bitte erst ab 12.00 Uhr) oder
Wenn gegraben wird können mehr oder weniger neuere oder ältere, aber oft interessante Sachen gefunden werden.
Vor Allem bei einem so historischen Gelände wie Burg Lichtenberg.
Bei der Neugestaltung der Wegebeleuchtung zur „Unterburg“ wurde ein fast runder Stein mit einem Durchmesser von ca. 11 cm und einem Gewicht von ca. 2,1 kg aus „Kuselit“ (also Zeug welches auf der Burg zur Genüge vorkommt) gefunden.
Die Form legt nahe, dass es sich um ein Geschoss handelt. Aber um welches genau?
Ein Besuch von dem Steinschleuder-Maschinen Experten Dr. Michael Kirchschlager brachte hierzu Näheres.
Nach dessen Ansicht handelt es sich um einen „Mangenstein“ aus dem 13. Jahrhundert.
Also um ein Geschoss für eine „Mange“ oder „Ziehkraft-Schleuder“.
Den meisten Lesern dürften aus Film und Fernsehen vor allem die großen Steinschleudern (Bliden oder Tribok) bekannt sein, welche mit einem Gegengewicht arbeiten und gewaltige Steinbrocken gegen Burg- und Stadtmauern werfen.
Im Gegensatz hierzu wird bei einer „Mange“ das Geschoß durch Ziehen an Seilen geschleudert – also eine Art handbetriebene Wippe.
Diese Technik ist älter als der Gebrauch eines Gegengewichts und die verschossenen Geschosse waren wesentlich kleiner und leichter.
Auf Burg Lichtenberg ist weder eine Mange noch eine Belagerung, in welcher eine solche genutzt wurde, bekannt. Hier gilt es noch Nachforschungen anzustellen.
Das heißt aber nicht, dass nicht eine Mange vorhanden war. Da diese vor Allem aus organischem Material bestanden hat wäre auch nicht viel davon übrig, vielleicht wurde sie auch weggebracht oder in späterer Zeit einfach verbaut oder verheizt? Wer weiß?
Quelle:
Recherche Rauch
Materialbegutachtung Dr. Sebastian Voigt, Urweltmuseum Geoskop
Mangenstein im Magazin Burg Lichtenberg
Michael Kirchschlager: Bliden und Blidensteine (Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doctor philosophiae (Dr. phil)).
Betritt man die Kernburg – also den Bereich um den großen Bergfried, befindet sich links, gleich nach dem Eingang eine ca. acht Meter hohe Wehrmauer. Sie besitzt auf der Außenseite eine Reihe von Konsolen welche als einfache gotische Spitzbögen ausgeführt sind. Möglicherweise trugen sie einen Wehrgang mit hölzerner Hurde oder einer steinerner Brüstung (Christel Bernard Bugenlexikon Band III – Lichtenberg). Steht man aussen an besagter Wehrmauer unterhalb der verbliebenen Spitzbögen ist eine Reihe von Öffnungen zwischen den Bögen zu erkennen.
Hierbei könnte es sich um einen Maschikuli oder auf deutsch „Wurflochreihe“ handeln.
Der Maschikuli ist eine an der Außenmauer von Wehrbauten zwischen zwei Konsolen (Kragsteinen) ausgesparte Wurf- oder Gussöffnung. Er tritt in Reihen angeordnet an einem vorkragenden Wehrgang oder an der Unterseite eines Wehrerkers auf. Der Maschikuli diente zur Bekämpfung von bis direkt an den Mauerfuß vorgerückte Angreifer, die durch die herkömmlichen Scharten nicht mehr zu erreichen waren.
Es wird davon ausgegangen, dass die Bauweise der Maschikulis im 12. Jahrhundert von den Kreuzfahrern aus dem syrisch-palästinensischen Kriegsgebiet zuerst nach Frankreich mitgebracht wurde.
Dies würde auch durchaus in die Entstehungszeit „unserer“ Burg um 1200 passen.
Quellen:
Recherchen Rauch
Burgenlexikon Band III – Lichtenberg
Wikiwand
regionalgeschichte
Auf der Oberburg Richtung Bergfried und in der ehemaligen St. Georgkapelle ist ein gepflasteter Weg und mehr oder weniger auch eine gepflasterte Fläche aus Kieselsteinen zu finden.
Es wird immer wieder die Frage gestellt wie alt dieses Pflaster sein könnte.
Schon im Burgenlexikon Band III. wird durch die Archäologin Dr. Christel Bernard vermutet, dass das Kieselpflaster wohl jüngeren Datums sei.
Nun wurden durch Auswaschungen am Rande des Pflasters auf der Oberburg UNTER dem Pflaster Schlacke aus einer Schmiede freigelegt.
Dies könnte bei der Altersbestimmung weiterhelfen.
Auf Burg Lichtenberg existierte eine Zivilgemeinde, die sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem im freien Raum zwischen den Ruinen der Ober- und Unterburg gebildet hatte und im Jahre 1910 der Gemeinde Thallichtenberg zugeschlagen wurde.
Die Einwohner stellten ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht vor Allem als Messer- und Nagelschmiede sicher. Die Waren wurden auf Märkten in den umliegenden Gemeinden verkauft.
Es kann angenommen werden, dass die gefundene Schlacke von einer dieser Schmieden stammt.
Da sich die Schlacke unterhalb des Pflasters befand muß dieses jünger als die Zivilgemeinde sein.
Ausserdem ist vergleichbares Pflaster, verlegt um 1900, von verschiedenen Gemeinden und Bauernhöfen bekannt – ein weiterer Anhaltspunkt. Die Beschaffung des Stein- und sonstigen Materials, sowie die Verlegung war wohl mit höherem finanziellem Aufwand verbunden. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Bewohner der Gemeinde welche sich eh um ihren Unterhalt Gedanken machen mussten ein solches Pflaster leisten konnten oder wollten.
Bereits 1895 wurde Burg Lichtenberg durch den preußischen Staat unter Denkmalschutz gestellt und nach und nach Grundstücke aufgekauft. Erste Sicherungs- und Freilegungsarbeiten an der Burganlage erfolgten
Soweit so gut.
Nun kommt der 4.5.1914.
Seit 1914 ist die Burg durch eine Straße gut zu erreichen. Zu deren Einweihung am 4.5.1914 war Großherzog Friedrich August von Oldenburg anwesend. In einem filmischen Zeitdokument ist zu erkennen wie der Großherzog strammen Schrittes zur Oberburg und dabei über besagtes Kieselpflaster läuft.
Eine Verlegung könnte daher zwischen 1895 und 1914 erfolgt sein.
Die Schlussfolgerung:
Das Pflaster könnte aus der Zeit der Sicherungsarbeiten am Anfang des 20. Jahrhunderts (s. Behr 1911) stammen und wäre damit etwas über 100 Jahre alt.
Quelle:
Recherche Andreas Rauch, Burgverwaltung
Burgenlexikon Band III/Burg Lichtenberg
Korrespondenz mit Frau Dr. Christel Bernard
Sehen Sie sich die Pfalz und das PfälzerBergland an:
https://bergland.pfalz.reisen/#pano=19&pan=2.4317129748964&tilt=22.28888258625&fov=94.972172324871


























































































