Burg“Einblicke“ – Baufugen

Burg Lichtenberg wurde ständig erweitert, ausgebaut, modernisiert und wehrtechnisch aufgerüstet. Dabei blieb es nicht aus, dass alte Substanz verändert, beseitigt und ergänzt wurde.  

In der Regel werden Mauerzüge verzahnt errichtet. Hierdurch wird die Stabilität des gesamten Bauwerkes enorm gesteigert.  

Treffen zwei zeitlich unterschiedlich errichtete Bauwerke oder Teile davon unverzahnt aufeinander so entsteht eine sogenannte Baufuge.  

Diese sind in der Bauforschung von enormer Bedeutung, lassen sich doch Rückschlüsse auf Veränderungen ziehen.  

Als Beispiel hierfür sei die “Nordbastion” genannt. Jenes ovale, gewaltige Bauwerk welches sich zwischen Ost- und Westpalas befindet und auch die „Roßmühle“ beherbergt. Betrachtet man sich die Anbindung der Bastion an den Ost- bzw. Westpalas so wird man feststellen, dass die Mauerzüge unverzahnt aufeinandertreffen.

Daraus kann geschlossen werden, dass die Bastion zeitlich später zwischen den beiden Palas errichtet und quasi dazwischengeschoben wurde.  

Ein weiteres Beispiel ist die oberste Etage des Prinzenbaus oder Ostpalas.

Baufugen können rechts und links an den Giebelwänden ausgemacht werden. Im Zusammenspiel mit den vorhandenen Fenstergewänden deutet dies auf eine bauliche Änderung in der Renaissance hin.

Nach dem Historiker und Bauforscher Dr. Stefan Ulrich wurde hier vorhandenes Fachwerk durch die noch sichtbare Steinbauweise ersetzt.

Es gäbe noch viele Beispiele anzuführen, wuchs und veränderte sich die großartige Burg über die Jahrhunderte ständig, je nach Erfordernis ihrer Bewohner.

Quellen: Recherchen Rauch 

Dr. Stefan Ulrich – Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte der Burg Lichtenberg (Westricher Heimatblätter Juli 2016)  

Burg Lichtenberg um 1620 – Versuch einer Rekonstruktion

Burg Lichtenberg um das Jahr 1620 – BURG“EINBLICKE“ im wahrsten Sinne des Wortes.

 Fotorekonstruktionen der Burg Lichtenberg um 1620 in Zusammenarbeit mit ©www.pfälzer-burgen.de -Peter Wild und unterstützt durch die Zukunftsregion Westpfalz sowie das Team von Land L(I)eben.

Bestehende Strukturen, zur Verfügung stehende Beschreibungen, aber auch allgemeine Erfahrungen aus der Burgenforschung wurden herangezogen um das Erscheinungsbild von Burg Lichtenberg um 1620, abzubilden.
Wie bei fast jeder Rekonstruktion gibt es Details, die als recht gesichert gelten können und Darstellungen die mehr oder weniger spekulativ sind.

Sinn und Zweck war es Burg Lichtenberg so darzustellen wie sie ausgesehen haben KÖNNTE. Wir wollen damit einen Eindruck, der für unsere Region so wichtigen und mächtigen  Burganlage, vermitteln.

Aber urteilen Sie selbst!

 

Burg“Einblicke“ – auf Fels gebaut – der Kuselit

Burg Lichtenberg gründet sich auf einem Felsberg der aus „Kuselit“ besteht und zu großen Teilen wurde die Burg sogar zum Teil aus diesem Material errichtet.

Mineralogisch handelt es sich um ein vulkanisches Hartgestein, einen sogenannten Andesit (den gibt es besonders viel in den südamerikanischen Anden, woraus sich auch der Name ableitet).

1887 hat der in Heidelberg lehrende Gesteinskundler Harry Rosenbusch dem Gestein auch den Lokalnamen „Kuselit“ verpasst. Immer noch ein Andesit, aber eben einer aus Kusel!

 

Der Kuselit entstand vor rund 290 Millionen Jahren. Während zu jener Zeit an der Erdoberfläche Pflanzen und Tiere in und an Flüssen und Seen der Urpfalz gediehen, ging es im Untergrund heiß her. Damals war die hiesige Erdkruste schwer in Bewegung.

Überall drängte glutflüssige Gesteinsschmelze aus großen Tiefen zur Erdoberfläche. Im Bereich der Lichtenburg blieb das Magma etwa 150 Meter unterhalb der damaligen Landoberfläche stecken, kühlte langsam ab und begann, zu dem uns vertrauten Gestein zu werden. Das Licht der Welt hat der Kuselit zumindest damals also nicht erblickt. Kleine Löcher an der heutigen Gesteinsoberfläche als Überbleibsel der Ausperlung von Gasen aus dem Magma zeugen von einer enormen Druckentlastung so knapp unterhalb der damaligen Landoberfläche (wie wenn man eine Flasche Sprudel vorsichtig beginnt aufzudrehen). Jahrmillionen später entschieden glückliche Umstände, dass Wind und Wetter den Kuselit aus dem weichen Umgebungsgestein herauspräparierten, so dass er heute jenen imposanten Höhenrücken bildet, der die gewaltige Burg trägt.

Quelle und Textauszug: Sebastian Voigt, Urweltmuseum Geoskop

 

Der mutmaßliche Abortturm

Auf der Nordseite von Burg Lichtenberg befindet sich ein viereckiger Maueranbau mit den ca. Maßen von 1,14 Meter Tiefe, 2 Meter Breite und heute 8 Meter Höhe. Im oberen Drittel befindet sich eine kleine dreieckige Öffnung aus gefastem Stein.

Für einen Treppenturm ist er zu klein und auch ein Flankierungs- oder Verteidigungsturm kommt aufgrund seiner doch recht bescheidenen Maße nicht in Frage.

Aber für was war er dann gut?

Nun ja – wie jedes Lebewesen muß auch der Mensch seinen natürlichen Bedürfnissen folgen.

Neben solchen Dingen wie schlafen, essen und trinken hat er eben auch seine Notdurft zu verrichten.

Am Bekanntesten sind dafür vorgesehene Aborterker die bei Besuchern immer wieder für Erheiterung sorgen.

Diese „Freilufttoiletten“ bestanden aus einen Vorsprung an einer (Aussen-)Mauer wobei die menschlichen Fäkalien frei weg an der Mauer nach unten fielen und in einem Burggraben, einer Abortgrube oder einfach nur im Gelände landeten.

Eine recht unhygienische Sache, wenn man bedenkt aus welcher Höhe das Geschäft oft fiel.

Solche Aborterker sind ansatzweise auch noch auf Burg Lichtenberg zu sehen.

Aber es ging auch anders. Weniger bekannt sind Aborttürme. Das Prinzip ist das Gleiche: Die Notdurft wurde oben verrichtet und der Schwerkraft folgend fiel alles einfach nach unten, oft in eine sogenannte Abortgrube, die dann durch weniger angesehenes Personal geleert wurde.

Heute kann der mutmaßliche Abortturm auf unserer Burg nicht mehr betreten oder von innen besichtigt werden, da die Gasträume des Burgrestaurants (!) angebaut wurden.

Als die Burg noch bewohnt und bewahrt wurde befand sich an der Stelle des heutigen Restaurants aber vermutlich ein größeres Gebäude. Auf alten Plänen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts werden noch entsprechende Fundamente aufgeführt.

Das Gebäude befand sich in dem Teil der Burg der ursprünglich um die Mitte oder der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet und wohl von höhergestellten Familien genutzt wurde (1).

Wie es sich für Adelsfamilien gehörte, waren die Räume mit einem gewissen Luxus ausgestattet.

Ein eigener Raum für die Notdurft mit Abortturm könnte dazugehört haben.

Auf jeden Fall wäre es eine Erklärung für einen Anbau welchem solche keine logische Bedeutung zugeschrieben werden kann.

Vergleichbare Aborttürme sind u.a. auf Burg Gräfenstein bei Merzalben und Altdahn bei Dahn nachweisbar, aber auch im europäischen Ausland wie  Burg Lichtenstein in Österreich.

Aborterker, als auch Aborttürme dienten aber nicht nur dem reinen menschlichen Bedürfnis.

Oft wurde Abfall und Unrat einfach darin entsorgt oder Gegenstände fielen unbeabsichtigt nach unten.

Wie dem auch sei: Abfallgruben sind wichtige Fundstellen für die archäologische Arbeit und geben wertvolle Auskunft über das Leben der Altvorderen.

Text: Andreas Rauch, Verwaltung Burg Lichtenberg

Quellen:

Recherche Rauch

Vergleichsquellen:

pfälzer-Burgen.org

burglichtenstein.eu

  • auch Burg Lichtenberg 1214-1914 Haarbeck 1918

 

Burg“Einblicke “ Funde: – Buntmetallrest

Burg Lichtenberg ist barrierefrei.

So etwas passiert aber nicht von Alleine.

Viele Arbeiten waren notwendig um die Burg für den „Tourismus für Jedermann“ fit zu machen.

Umfangreiche Arbeiten an und um die bestehenden Wege waren erforderlich und unzählige Kubikmeter Erde wurden bewegt.

Und wo Menschen sich über einen so langen Zeitraum aufhalten geht auch das Eine oder Andere verloren oder wird weggeworfen das nun gefunden wurde.

Solche Funde werden in der Regel zu der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE) in Speyer verbracht welche eine erste Beurteilung vornimmt.

Bei den Erdarbeiten wurde im Abraum ein kleiner Klumpen Metall gefunden. Es handelt sich hierbei wohl um den Rest einer Buntmetallproduktion die sich auf der Burg befand.

Es ist bekannt, dass sich hier einige Schmiede befanden und vor allem das Nagelschmiedehandwerk hoch im Kurs stand.

Die gefunden Reste bestehen allerdings aus Buntmetall, welches nicht für Nägel, Hufeisen oder sonstiges wirtschaftliches Gebrauchsgut verwandt wurde. Daher könnte es sich auch um ein weitaus älteres Stück oder auch um eine besondere Arbeit handeln. Das wird aber wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Quelle:

GDKE, Speyer

Rechereche Rauch

 

 

Burg“Einblicke“ – Funde: Roter Knopf

Burg Lichtenberg ist barrierefrei.

So etwas passiert aber nicht von Alleine.

Viele Arbeiten waren notwendig um die Burg für den „Tourismus für Jedermann“ fit zu machen.

Umfangreiche Arbeiten an und um die bestehenden Wege waren erforderlich und unzählige Kubikmeter Erde wurden bewegt.

Und wo Menschen sich über einen so langen Zeitraum aufhalten geht auch das Eine odere Andere verloren das nun wieder gefunden wurde.

Solche Funde werden in der Regel zu der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE) in Speyer verbracht welche eine erste Beurteilung vornimmt.

Ein hübscher Fund ist ein in Messing gefasster roter Stein der als Knopf (Durchmesser ca. 1 cm) gedient haben dürfte. Auf der Rückseite ist noch der Ansatz der Öse zum Annähen zu erkennen.

Der Fund dürfte aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Das schöne Stück hat über 400 Jahre auf seine Wiederentdeckung gewartet.

Wie Viele Menschen und wie viele Generationen sind schon über ihn hinweggeschritten ohne auch nur davon zu ahnen!

Quelle:

GDKE, Speyer

Rechereche Rauch

Burg“Einblicke“ – Funde: Riemenzunge

Burg Lichtenberg ist barrierefrei.

So etwas passiert aber nicht von Alleine.

Viele Arbeiten waren notwendig um die Burg für den „Tourismus für Jedermann“ fit zu machen.

Umfangreiche Arbeiten an und um die bestehenden Wege waren erforderlich und unzählige Kubikmeter Erde wurden bewegt.

Und wo Menschen sich über einen so langen Zeitraum aufhalten geht auch das Eine odere Andere verloren das nun wieder gefunden wurde.

Solche Funde werden in der Regel zu der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE) in Speyer verbracht welche eine erste Beurteilung vornimmt.

So wurden unter ein Metallstück mit bemerkenswerten Ornamenten aus Weinranken und Trauben mit den Maßen 5 cm auf 1,5 cm gefunden.

Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine sogenannte Riemenzunge (mehr oder weniger schmuckvolle Verstärkungsstück für das Ende eines Gürtels)  aus dem 16. Jahrhundert. Der dazugehörige Gürtel dürfte aus Leder gewesen und schon lange vergangen sein.

Noch ein Fund der Fragen offen läßt: Wie konnte so ein doch eher wertvolles Stück einfach so verloren gehen? Wo wurde es verloren wer war der ursprüngliche Besitzer? Fragen die der Spekulation weiten Raum lassen.

Quelle:

GDKE, Speyer

Rechereche Rauch

Burg“Einblicke“ – Funde: Flaschenhalsfragment

Burg Lichtenberg ist barrierefrei.

So etwas passiert aber nicht von Alleine.

Viele Arbeiten waren notwendig um die Burg für den „Tourismus für Jedermann“ fit zu machen.

Umfangreiche Arbeiten an und um die bestehenden Wege waren erforderlich und unzählige Kubikmeter Erde wurden bewegt.

Und wo Menschen sich über einen so langen Zeitraum aufhalten geht auch das Eine odere Andere verloren das nun wieder gefunden wurde.

Solche Funde werden in der Regel zu der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE) in Speyer verbracht welche eine erste Beurteilung vornimmt.

So wurden unter Anderem Fragmente von Flaschenhälse mit der Größe von 3 auf  2-3 cm aus grünlichem Glas gefunden, die sich ins 14.-16. Jahrhundert datieren lassen.

Die schmale Form und der Ausgußrand läßt auf  Fläschen zur Aufbewahrung von Kosmetika oder Pflegeöl schließen.

.Wie bei fast allen Funden wird es wohl ein Geheimis bleiben von wem die Sachen genutzt wurden und warum sie verloren gingen.

Quelle:

GDKE, Speyer

Rechereche Rauch