Die Poternen auf Burg Lichtenberg

Poternen besaßen eine Reihe von Funktionen, wobei die Häufigkeit ihres Vorkommens in allen Epochen die Bedeutung für den Festungsbau unterstreicht.

Aber zunächst: Was ist eigentlich eine „Poterne“?

Mit dem Begriff „Poterne“ wird allgemein eine Schlupf-, Neben- oder Ausfallpforte in der äußeren Wehrmauer einer Befestigung bezeichnet. Er gilt eigentlich für fast jede Durchgangsöffnung, die einen von den Toren unabhängigen Kontakt zwischen der Befestigung und der davorliegenden Gegend ermöglicht.

Eine Abgrenzung zu Toren oder Nebentoren kann durchaus schwierig sein. In der Regel gilt: Poternen sind deutlich kleiner, weniger stark befestigt und nur mit einer einflügeligen Tür verschlossen. Sie waren nur für den Durchlass für ein oder zwei Personen, auf keinen Fall für Karren oder Fuhrwerke, da sie einen Schwachpunkt in der Verteidigung darstellten. Da sie dazu dienten ohne großen Aufwand in das Umland zu gelangen oder sich unbemerkt einem evtl. Feind näheren zu können oder als Fluchtmöglichkeit dienten, waren sie einfach und unauffällig gehalten oder sogar versteckt angelegt, während Tore und Nebentore durchaus repräsentativ gestaltet waren.

Im privaten Bereich können sie durchaus mit den auch heute noch üblichen Hausnebentüren verglichen werden.

Kaum eine größere Befestigung kam ohne Poternen aus.

Auch Burg Lichtenberg kann mit einigen Poternen aufwarten. Dadurch, dass die Burg über die Jahrhunderte immer größer wurde und sich die Wehrmauern entsprechend verlagerten, gibt es auf Lichtenberg auch im heutigen Innenbereich Poternen, die jedoch durch die Erweiterung ihren ursprünglichen Zweck verloren haben.

Es sollen hier eindeutig zuordenbare und vermutete Poternen vorgestellt werden.

Die erste Poterne befindet sich, vom Haupttor gesehen, in der dritten Wehrmauer gegenüber der ehemaligen Landschreiberei. Es handelt sich um eine ehemalige „Schlupfpforte“. Heute ist die Poterne vermauert und der Raum dahinter dient als Lager.

Die Zweite befindet sich direkt nach der Zehntscheune rechts und ermöglicht den Ausgang zum „Gebück“.

Eine Dritte findet sich zwischen dem Urweltmuseum Geoskop und dem Kräutergarten in nördlicher Richtung. Vor dieser Poterne rechter Hand ist ein zugemauerter Durchgang zu vermerken. Ob es sich um eine Poterne handelt ist nicht eindeutig gelegt, aber anzunehmen.

Eine weitere Poterne ist südlich am Ende des zweiten Zwingers durch den dort vorhandenen Zwingerturm angelegt. Ob sie ursprünglich in der jetzigen Form gebaut wurde darf angezweifelt werden, jedoch zeichnet Haarbeck bereits in seiner Geschichte der Kirchengemeinde Burg-Lichtenberg nebst Beiträgen zur Geschichte der Burg Lichtenberg aus dem Jahre 1906 eine Poterne an beschriebener Stelle in seinem Burgplan ein.

Östlich unterhalb der Wehrmauer des Bergfriedes direkt am 2. Halsgraben gibt es einen einen kleinen Vorsprung. In diesem Vorsprung ist noch ein vermauerter Durchlass sichtbar. Ob es sich tatsächlich um eine Poterne handelt ist nicht eindeutig belegt, jedoch spricht die Lage und Größe dafür. Durch diesen Durchlass hätten die Bewohner von der Wehrmauer oder dem dort gelegenen südlichen Palas vor die Wehrmauer gelangen können ohne bemerkt oder angegriffen werden zu können. Es bleibt allerdings eine Vermutung.

Textquelle „Mathias Piana: – Begriffe erkunden – Poterne, veröffentlicht in „Burgen und Schlösser“ Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege Ausgabe 2/2022

Text: Verwaltung Burg Lichtenberg – Andreas Rauch

Die Burgmannen – Sötern auf Lichtenberg

Nach den Burgmannen welche als Wappen die zwei Balken mit den fünf Kugeln führten möchten wir nun weitere wichtigen Burgmannenfamilien vorstellen.

Aber zuerst einmal ganz kurz: Was ist ein Burgmann und welche Aufgaben hatte er?

Seit dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren Burgmannen, die für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung zuständig waren. Oft waren es recht raubeinige Gesellen, die ihrem Herren auch in „Friedenszeiten“ wohl tatkräftig bei der Durchsetzung seiner Interessen unterstützt haben dürften. Sie fungierten aber auch als Zeugen, Bürgen und Vermittler.

Burgmannen schlossen sich oft zu einer Burgmannschaft zusammen, die nach Burgmannenrecht lebte. Dieses Burgmannenrecht war nicht einheitlich, sondern von Burg zu Burg verschieden.

In Verträgen zwischen dem Herren und dem Burgmann wurden vor allem der Einsatzort, die Zeiten ihrer Anwesenheit (Residenzpflicht), zuweilen auch die erforderliche Bewaffnung und Ausrüstung festgelegt. Der Herr konnte von seinen Burgmannen auch verlangen, ihn bei seinen militärischen Unternehmungen außerhalb der Burg zu begleiten. Sie unterstanden dem Befehl des Burgherrn oder des herrschaftlichen Burgkommandanten, eines Burggrafen oder Amtmannes. Burgmannen hatten in der Regel auf der Burg bzw. in ihrer Nähe zu wohnen (Residenzpflicht).

In späterer Zeit zahlte man den Burgmannen auch Bargeld (Renten), jedoch war der  Burgmannendienst nicht nur aus finanziellen Gründen begehrt. Wichtig für den Burgmannen war vor allem der Rechtsschutz durch den Herrn sowie die Möglichkeit auf einer Burg zu wohnen und wie ein Adliger zu leben.

Aber die Zeit holte auch das Burgmannenwesen ein. Durch den Einsatz bezahlter Söldner und Soldaten und der immer geringeren Bedeutung der Burgen als Verteidigungsanlage verloren auch die Burgmannen an Bedeutung, bis sie letztendlich im Nebel der Geschichte verschwanden.

Die Sötern auf Lichtenberg

1371     ist erstmals ein Sötern als Burgmann auf der Lichtenberg zu vermuten. Im Winter 1371 schließt der Graf von Veldenz mit den 15 Burgmannen der Lichtenberg einen Burgfrieden ab, welcher für alle späteren Burgfrieden grundlegend geworden ist. Genannt ist ein Johann von Lichtenberg dessen Lehen bereits erblich war. Vielleicht ist dieser Johann identisch mit Herrn Johannes Enkel von Sötern, der um dieselbe Zeit als Burgmann auf Lichtenberg genannt wird.

Belegt ist, dass spätere Sötern im Ganzen 3 Häuser auf der Lichtenberg hatten.

Der Erste von dem wir wissen, dass er mit einem Haus Lichtenberg belehnt wird ist Eberhard von Sötern (1. Haus).

1364     ist er unter den Gemeinern zu Sötern, die einen Vergleich mit Godelmann Finchel von Lichtenberg schließen

1376     ist Eberhard als Edelknecht Burgmann auf Lichtenberg und hat auf Lebenszeit seines inzwischen verstorbnen Stiefvaters Godelmann Finchels Haus mit Zubehör

1389     ist Eberhard unter den Lichtenberger Burgmannen, die zusammen mit den beiden Grafen von Veldenz den Egerer Landfrieden beschwören

1393     verbürgt er sich für Jeckelin Bornbach von Lichtenberg

1430     wird eine Katharina von Sötern auf Burg Lichtenberg erwähnt, da Sie von Siegfried Blick von Lichtenberg mit Haus und Burgseß zu Lichtenberg bewidmet (versehen) wird.

1430    erscheint ein Philipps von Sötern, da ihm von dem Grafen von Veldenz das Lichtenberger Burglehen und 2 Pfund Heller aufgebessert wird (2. Haus)

1416    und

1433     ist dieser Philipps unter den Mannen, die zu einem Mannentag beziehungweise ritterlichen Tag nach Meisenheim geladen werden.

1436     ist belegt, das Philipp sein Burglehen zu Lichtenberg, bestehend aus Haus, Hof, Äckern, Garten und 11 Pfund Heller, dem Grafen von Veldenz geliehen hat.

1445    wird diese Belehnung erneuert.

Im Zusammenhang mit einem 3. Haus ein Heinrich von Sötern sowie zwei Söhne Thomas und Heinrich erwähnt

1437    und

1445     wird Heinrich von Sötern mit einem haus zu Lichtenberg samt Hof, Garten, Äckern und 10 Pfund Geld belehnt.

1448    erhält Thomas nach dem Tod des Vaters (Heinrich) das Lehen

1456     ist bekannt, dass das Siegel des Thomas einen Schrägrechtsbalken zeigt.

1465     hat Thomas zusammen mit seinem Bruder Heinrich das genannte Lehen, denn in diesem Jahr erklärt der Herzog zu Lichtenberg, daß er die 10 Pfund, die mit dem Burglehen verbunden sind nicht ablösen wird solange Thomas und Heinrich leben.

1472    erhält Heinrich das alleinige Lehnen, da es sein Bruder Thomas freiwillig aufgegeben hat.

1483    wird diese Belehnung wiederholt.

Dies ist das letzte belegte Zeugnis derer von Sötern auf Lichtenberg. Ein Familienwappen ist und leider nicht bekannt.

Quellen: Regionalgeschichte.net

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text und Recherche: Andreas Rauch

Die Burgmannen – Die Raubsak von Lichtenberg

Nach den Burgmannen welche als Wappen die zwei Balken mit den fünf Kugeln führten möchten wir nun weitere wichtigen Burgmannenfamilien vorstellen.

Aber zuerst einmal ganz kurz: Was ist ein Burgmann und welche Aufgaben hatte er?

Seit dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren Burgmannen, die für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung zuständig waren. Oft waren es recht raubeinige Gesellen, die ihrem Herren auch in „Friedenszeiten“ wohl tatkräftig bei der Durchsetzung seiner Interessen unterstützt haben dürften. Sie fungierten aber auch als Zeugen, Bürgen und Vermittler.

Burgmannen schlossen sich oft zu einer Burgmannschaft zusammen, die nach Burgmannenrecht lebte. Dieses Burgmannenrecht war nicht einheitlich, sondern von Burg zu Burg verschieden.

In Verträgen zwischen dem Herren und dem Burgmann wurden vor allem der Einsatzort, die Zeiten ihrer Anwesenheit (Residenzpflicht), zuweilen auch die erforderliche Bewaffnung und Ausrüstung festgelegt. Der Herr konnte von seinen Burgmannen auch verlangen, ihn bei seinen militärischen Unternehmungen außerhalb der Burg zu begleiten. Sie unterstanden dem Befehl des Burgherrn oder des herrschaftlichen Burgkommandanten, eines Burggrafen oder Amtmannes. Burgmannen hatten in der Regel auf der Burg bzw. in ihrer Nähe zu wohnen (Residenzpflicht).

In späterer Zeit zahlte man den Burgmannen auch Bargeld (Renten), jedoch war der  Burgmannendienst nicht nur aus finanziellen Gründen begehrt. Wichtig für den Burgmannen war vor allem der Rechtsschutz durch den Herrn sowie die Möglichkeit auf einer Burg zu wohnen und wie ein Adliger zu leben.

Aber die Zeit holte auch das Burgmannenwesen ein. Durch den Einsatz bezahlter Söldner und Soldaten und der immer geringeren Bedeutung der Burgen als Verteidigungsanlage verloren auch die Burgmannen an Bedeutung, bis sie letztendlich im Nebel der Geschichte verschwanden.

Die Raubesak von Lichtenberg

Einer der ältesten Burmannen der bekannt ist war Ritter Johann Raubesak – der Name spricht hier für sich – welcher von 1270 bis 1316 Burgmann auf Lichtenberg war.  Für die Familie Raubsak sind einige Nachrichten zu uns gekommen:

1270    hat Johann und seine Hausfrau Anna jährlich 8 Schillinge für das Dorf Körborn zu entrichten

1294     Johann Raubesak ist mit zwei anderen Lichtenberger Ritter Bürge für Graf Walram von Zweibrücken

1298     schenk Johann, mit Zustimmung seiner Söhne, seinen Teil am Patronatsrecht (Schirmherrschaft eines Landes- oder Grundherrn über eine Kirche auf seinem Gebiet) der Pfarrkirche zu Wolfersweiler dem Kloster Wörschweiler „damit sein, seiner Frau Anna, seiner Eltern, seiner Kinder und besonders seines verstorbenen Sohnes Johannes Gedächnis gefeiert werde.

1302    Johann ist bei der Rückgabe des Hofes Vronebach an den Probst des Klosters auf dem Remigiusberg durch Bertram von Wadenau zugegen

1298    wird Johann der Ältere genannt und 1316 der Alte.

 

Sein Sohn oder Enkel (leider nicht genau bekannt) heißt ebenfalls Johann

1354    quittiert dieser Sold, welcher er im Dienste der Stadt Metz erhalten hat.

1358    erscheint er als kurtrierischer Burgmann in St. Wendel

Ein dritter Johann Raubesack von Lichtenberg ist

1398    Gefolgsmann des Herrn Johann I. von Crichingen und

1399    quittiert er eine Entschädigung des Erzbischofs von Trier über eine Entschädigung für den erlittenen Schaden und die Dienstleistungen in einer Fehde des Erzbischofs gegen jeckeln Bornbach von Lichtenberg und Genossen.

1405    ist bekannt, dass Johann vom Erzbischof von Trier eine Jahresrente aus der Kellerei St. Wendel erhielt.

Das Wappen der Raubesak ist bekannt. Es handelt sich um einen waagerechten weißen Zickzackbalken auf schwarzem Feld.

Sicher ist, dass nur der erste Johann Burgmann auf Lichtenberg war. Aber ob dies auch einer der Übrigen gewesen war ist nicht eindeutig belegt.

Quellen:

Regionalgeschichte.net

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text und Recherche: Andreas Rauch

Impressionen Sonderausstellung Saurier im Urweltmuseum Geoskop

Die Burgmannen – Die Schwarzenberg

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Die Schwarzenberg

Es ist nicht endgültig geklärt ob die Schwarzenberg ebenfalls das Wappen mit den zwei Balken und den 5 Kugeln führte. Hierzu fehlen die Belege. Allerdings ist die Anwesenheit auf der Lichtenberg unbestritten

1429               hatte Thielmann von Schwarzenberg und

1445              Johann von Schwarzenberg

ein Haus in der „Ritterburg“ (heutige „Unterburg“).

1423             erscheint Jeckel Bornbach von Lichtenberg als Vetter von Theilmann

1454             ist Johann von Schwarzberg noch als Burgmann auf der Lichtenberg belegt

1466            Johann von Schwarzberg schließt mit dem Herzog einen Vertrag über das                          Haus auf Lichtenberg sollte er ohne männlichen Erben sterben.

1467            Johann von Schwarzberg ist Hofmeister des Herzogs (Beurkundet auf der                          Lichtenberg)

1469            lädt der Herzog Johann und Heinrich von Schwarzenberg sowie 12 andere zu einem Manngericht (Versammlung der Lehnsmannen zur Urteilsfindung in Lehnssachen) nach Meisenheim

1473                      gibt der Herzog ihm die lebenslängliche Nutznießung eines Gartens zu Lichtenberg, den vorher ein Winterbecher hatte (Beurkundung auf der Lichtenberg)

1475            wird Johann von dem Herzog mit verschiedenen Gütern belehnt                                          (beurkundet auf der Lichtenberg)

Aufgrund der verwandschaftlichen Beziehungen der Schwarzenberg auf Lichtenberg zu den Bornbach auf Lichtenberg so liegt die Vermutung nahe, dass auch die Schwarzenberg auf Lichtenberg das Wappen der auf 2 Balken verteilten 5 Kugeln geführt haben. Eine sichere Feststellung war bisher jedoch nicht möglich. Zwar wurde von Thielmann von Schwarzenberg in München ein Siegel aus dem Jahre 1416 gefunden, jedoch nur mit zwei Querbalken ohne die Kugeln. Johann von Schwarzenberg hat desöfteren gesiegelt, jedoch ist das Siegel nicht erhalten geblieben.

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch

Die Burgmannen – die Esch

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Die Esch

Bei dieser Familie werden auch erstmalig Farben des verwendeten Wappens der zwei Balken und der 5 Kugeln angegeben: Schild rot, Balken weiß, Kugeln gelb (jedoch nach anderen Angaben schwarz).

Erstmalig wird Ensfrid von Esch Ende des 14. Jahrhunderts unter den Burgmannen auf Lichtenberg aufgezählt.

 

1383,1387 und 1388      siegelte dieser in verschiedenen Urkunden

1457                           wird neben Ensfrid auch ein Jakob von Esch als Burgmann erwähnt

1457                          wird ein Werner von Esch als Hofmeister der Herzogin erwähnt und                                    hatte 15 Pfund Heller als erbliches Lichtenberger Burglehen

1467                          schuldet ihm der Herzog 200 Gulden und entschädigte ihn dafür aus                                    den Gefällen (Erträge, Einkünfte oder Abgaben) zu Lichtenberg

1472                          ist Werner Esch Hofmeister des Herzogs

1485                          quittiert Werner Geld welches ihm der Herzog wieder erstattet hat.

 

Aber das nie stillstehende Rad der Zeit lief auch für diese Familie. Ab dem 16. Jahrhundert sind die Eschs nicht mehr auf Burg Lichtenberg erwähnt.

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch

 

Die Burgmannen – Bornbach von Lichtenberg

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Bornbach von Lichtenberg

Vielseitig waren die Bornbach von Lichtenberg – sie standen in veldenzischen, sponheimer und kurtrierischen Lehndiensten.

Der erste der aus dem Geschlecht genannt wird ist Ritter Wilhelm genannt Bornebach.

1288      ist er an der Festlegung des Wittums (Witwensitz) für Agnes von Leiningen beteiligt.

1303      ist er Zeuge in einer Urkunde bei der Heirat zwischen Johann II von Sponheim-Kreuznach und Wildgräfin Susanna von Kyrburg.

Als zweiter ist Klaus I bekannt:

1343      hat er als Edelknecht von Lichtenberg mit seiner Frau Katharina ein Burglehen zu Lichtenberg

1354      einigt er sich mit Godelmann Finchel (Edelknecht zu Lichtenberg) bezüglich eines Zehnten zu Wieselnbach.

Von Klaus dem I. ist ein Sohn Klaus II. bekannt

1371      schließt dieser mit 15! Weiteren Burgmannen von Lichtenberg mitten im kalten Winter mit dem Grafen von Veldenz einen Burgfrieden ab.

Klaus II.  hinterläßt zwei Söhne, Klaus III. und Jeckel.

1393      verbürgt sich ein Eberhard von Sötern für Jeckel Bornbach von Lichtenberg

1416      wird Jeckel mit vielen anderen Adligen zu einem Mannentag nach Meisenheim geladen.

1420      söhnt sich Jeckel wegen mehreren Streitigkeiten mit dem Grafen von Veldenz aus und es ist belegt, dass Jeckel ein Haus auf Burg Lichtenberg hat

Die Familie stand jedoch nicht nur in veldenzischen sondern auch in Sponheimer und kurtrierischen Diensten

Sponheim

1389      söhnte sich Jeckel Bornbach von Lichtenberg mit Graf Simon von Sponheim-Vianden aus und verpflichtete sich und seine Erben dem Grafen für 10 Gulden jährlich

1390      Klaus III. und Jeckel erhalten von Graf Johannes III. von Sponheim Wein als Mannlehen (Lehen gegen Heerfolge).

Kurtrier

Hier ist Nikolaus Bornbach zu nennen

1347      wirbt Erzbischof Balduin von Trier „gegen Ludwig, der sich Kaiser nennt“

1351      bestätigt er den Erhalt von Manngeld

Aber auch der bereits erwähnte Jeckel lässt sich in kurtrierischen Diensten gut belegen

1380      schwört er Urfehde (durch Eid bekräftigter Verzicht auf Rache und auf weitere Kampfhandlungen) wegen seinem Streit mit der Stadt Trier

1386      verzichtet er auf Manngeld und bekommt als Gegenleistung ein Gut zurück

1390      ist er kurtrierischer Amtmann zu Kastel auf der Blies

1401      gibt ihm der Erzbischof von Trier das Amt Liebenberg bei St. Wendel

Dies sind nur kleine Ausschnitte aus fernen Zeiten welche von dem Wirken der Menschen, die heute fast vergessen sind, zeugen.

 

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch

Die Burgmannen – Finchel von Lichtenberg

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Finchel von Lichtenberg

Viele Namen tauchen auf Burg Lichtenberg auf und verschwinden im Nebel der Geschichte. Recht gut belegt sind hierbei die Finchel von Lichtenberg. Der Name kommt in verschiedenen Formen vor:

Wenich, Finichel, Fenich, Finchle, Veinkel, Fenichil, Fenichell, Fynchel.

Der erste aus dem Geschlecht der als belegt gilt ist Johannes als er 1298 Zeuge einer Schenkung seines Schwiegervaters, Johann, genannt Raubsack der Ältere an das Kloster Wörschweiler  wird.

1300      taucht er als Herr Johann, Ritter von Lichtenberg, genannt Finichel auf

1302      ist er bei der Rückgabe des Hofes Vronebach durch Bertram von Wadenau an den Probst von Remigiusberg anwesend

1312      wird erwähnt, dass er immer den kleinen und großen Zehnten zu Berschweiler (bei Baumholder) vom Kloster Wörschweiler gehabt hat.

1324      siegelt er in einer Niederalbener Urkunde.

Danach wird es still um ihn. Johann hatte 2 Söhne, Godelmann und Betzelin

1334      ist Godelmann zusammen mit einem anderen Ritter von Lichtenberg Schiedsrichter in einem Streit mehrerer Lichtenberger Ritter mit Philipp und Johann von Sötern.

1341      wird er als Glodelmann Finchel von Lichtenberg erwähnt

1345      ist er Burgmann von Nohfelden

1354      einigt er sich als „ Edelknecht von Lichtenberg“ gütlich mit seinem Neffen Klas Burrenbach wegen Streitigkeiten bezüglich anstehender Abgaben aus dem Dorf Wyselnbach

1371      gelobt er mit 14!!!! Anderen den Burgfrieden auf Lichtenberg

Dass Godelmann Finchel auf der Lichtenberg ein Haus hatte ist in Urkunden aus den Jahren 1376 und 1405 belegt. 1376 bekommt das Haus sein Stiefsohn Eberhard von Sötern, 1405 dessen Söhne

Über den Bruder Betzelin ist nur eine Nachricht bekannt:

1346      ist er als Edelknecht von Lichtenberg Zeuge bei einem Kauf des Wilhelm Friye, Edelnecht von Wirebach.

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch