Das Motiv gehört in den Formenkreis der Renaissance-Ofenkeramik und dürfte um 1600 entstanden sein. Und dürfte aus einem herrschaftlichen Haushalt im Ost- oder Prinzenpalas stammen.
Auffällig sind ist hier vor Allem, dass das menschliche Gesicht, stark mit Blattwerk verbunden ist,
In der Renaissance wurden solche Motive zunehmend als menschliche Masken mit umgebendem Akanthus- und Rollwerk gestaltet.
Aus der gleichen Fundstelle stammt eine, vom dem Archäologen Stefan Köhl M.A. ebenfalls um 1600 datierte, reliefierte und graphitisierte Ofenkachel. Ihr Dekor besteht ebenfalls aus verschlungenen Ranken und Blattwerk.
Außerdem sind von der Burg hochwertige grün glasierte Ofenkacheln bekannt, die bei Ausgrabungen im Bereich der Oberburg gefunden wurden. Ein älterer Grabungsbericht beschreibt dort sogar Brandschuttschichten mit zahlreichen Ofenkacheln und betont deren hervorragende handwerkliche Qualität.
Ein anderes Lichtenberger Kachelfragment wurde von Experten des Historischen Museums Speyer in die Mitte des 16. Jahrhunderts datiert. Es stammt aus dem Bereich des zweiten nördlichen Zwingerturms und wird mit den herrschaftlichen Räumen des Ostpalas bzw. Südpalas in Verbindung gebracht.
Die Burg war im 16./17. Jahrhundert keineswegs nur eine militärische Anlage, sondern weiterhin ein herrschaftlicher Wohn- und Verwaltungsort. Eine Kellereirechnung von 1625 nennt zahlreiche repräsentative und private Räume, darunter pfalzgräfliche Gemächer, Kammern und Stuben.
Auch die Baugeschichte passt: Der Ost-/Prinzenpalas wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach verändert; für die oberen Bereiche sind ausdrücklich bauliche Veränderungen in der Renaissance nachgewiesen.
Quelle:
Fund und Internetrecherche Andreas Rauch, Burgverwaltung
Stefan Köhl M.A.
Burgenlexikon Band III Seite 393 ff
