Fantasy-Fotoshooting auf Burg Lichtenberg

Am 21. April  ab 14 Uhr tummeln sich seltsame Gestalten auf Burg Lichtenberg – Orks und Krieger geben sich ein Stelldichein.

Die wunderbare Kulisse von Burg Lichtenberg wird für ein Fotoshooting der besonderen Art dienen.

Orkkrieger des Clans  Baraghai’oschdun sind in Ihren Gewandungen und Masken zu bewundern.

Wer ein Hauch Mittelerde erleben und Bilder von besonderer Art zum Andenken mitnehmen möchte sollte dies nicht verpassen.

Burg“Einblicke“ – Wie bekommt man ein Fürstentum?

Der 1814/15 tagende Wiener Kongress sollte Europa nach der Zeit von Napoleon neu gliedern. Im April 1815 fielen große Teile der nunmehr herrenlosen Gebiete an Preußen. Die neu gebildeten Kantone St. Wendel, Grumbach und Baumholder wurden aber als Exklave dem Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld unter Herzog Ernst I. zugesprochen. Das Gebiet mit ca. 25.000 Seelen und einer Fläche von 537 km2 wurde nach der hier liegenden Burg „Fürstentum Lichtenberg“ genannt. Der knapp 100 Gemeinden zählende Landstrich liegt heute im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Die Besitzergreifung des späteren „Fürstentum Lichtenberg“ durch Sachsen-Coburg erfolgte durch das „Besitzergreifungspatent“ vom 11. September 1816 und sei hier wiedergebeben. Die Abschrift stammt aus dem Buch von Josef Dreesen :

Wir Ernst, von Gottes Gnaden Herzog zu Sachsen, Jülich, Cleve und Berg, auch Engern und Westphalen, Landgraf in Thüringen, Markgraf zu Meissen, Souverainer Fürst von Coburg und Saalfeld, gefürsteter Graf zu Henneberg, Graf zu der Mark und Ravensberg, Herr zu Ravensberg ect. fügen hiermit zu wissen:

Nachdem in Gemäßheit der von den verbündeten hohen Mächten hinsichtlich des Uns in der Wiener Congreßacte und in späteren Uebereinkünften zugesicherten Landesbezirkes, Uns und Unserem Herzogl. Hause folgende Theile im ehemaligen Saar=Departement, nämlich:

  1. der Canton Grumbach, mit Ausnahme der königlich Baierischen Orte Sct. Julian und Eschenau, und der Landgräftlich Hessen=Homburgischen Ortsschaften Bärenbach, Becherbach, Otzweiler und Hoppstädten,
  2. der Canton Baumholder, mit Ausnahme der Preußisch bleibenden Orte Nohen, Nohefelden, Gimbweiler und Wolfersweiler
  3. der Canton Sanct=Wendel, mit Ausnahme der königlich Baierischen Orte Bubach, Saal, Niederkirchen, Marth, Hof und Osterbrücken, sodann der Preußen vorbehaltenen Orte Haßborn, Tauweiler, Thelig (oder Theley), und der Gemeinden Oßweiler, Eizweiler, Hirstein, Reichweiler und Moosberg, Steinberg und Deckenhard, Wallhausen und Schwarzhoff, und Imsbach,
  4. von dem Canton Cusel, die an Preußen gefallenen Orte Burglichtenberg, Thallichtenberg, Ruthweiler, Pfeffelbach, Reichweiler, und Schwarzerden

Von dem Canton Tholey, die Gemeinden Namborn, Guidesweiler, Gronig, Osebach und Oberthal, Innweiler, Elmeren, Bliesen, Niederhofen, Winterbach, Alzweiler und Marpingen, endlich

  1. von dem Canton Ottweiler, die Gemeinden Werschweiler, Dörenbach, Wethshausen, Steinbach, Niederlinxweiler (oder Niederlinnweiler), Remmesweiler, Mainzweiler und Urexweiler

Mit allen Eigenthums= und Landes=Hoheitsrechten unter dem 9ten dieses Monats überwiesen worden sind;

so haben Wir hierauf beschlossen, von gedachten Landestheilen sammt deren Zugehörungen Besitz ergreifen zu lassen. Indem Wir nun solches thun, verlangen Wir von sämmtlichen Einwohnern und Unterthanen, wie auch von allen angestellten Dienern, das sie Uns, ihrem nunmehrigen Landesherrn, treu und gehorsam und zur Erfüllung der ihnen gegen Uns obliegenden Pflichten bereit und willig seyen, und hierdurch ihre Unterthänigkeit beweisen. Wir werden ihnen dagegen Unsern Landesherrlichen Schutz und Unsere Gnade und Vorsorge durch unpartheyische Rechtspflege und ungestörte Religionsfreyheit gleich Unsern übrigen Unterthanen, angedeihen lassen.  Die dermahlen angestellte Local=Beamte, welche treu die ihnen anvertrauten Stellen verwalten, bleiben provisorisch in ihren Dienststellen. Wir haben Unserem Obristlieutnant Emil von Coburg, und Unserm Landesregierungsrathe Johann Friedrich Eusebius Lotz, die Besitznahme übertragen, und es haben daher die sämmtlichen Unterthanen den von diesen in Unserm Namen getroffen werdenden Anordnungen und Einrichtungen schuldige Folge zu leisten.

Zu[r] Urkunde dessen haben Wir gegenwärtiges Patent eingenhändig unterschrieben, und mit Unserm herzoglichen Siegel bedrucken lassen. So geschehen und gegeben Coburg zur Ehrenburg, den 11ten September 1816

Ernst, H.z.S.C.S

Quelle:

Jan Fickert

Josef Dreesen „Das Fürstenturm Lichtenberg (1816 – 1832) im Vormärz“

Burg“Einblicke“ – die Jugendherberge

Seit eh und je haben alten Burgen Menschen jeden Alters fasziniert und dazu angeregt vergangene Zeiten zu erleben und zu erforschen.

Da blieb es nicht aus, dass in den alten Gemäuern Gastwirtschaften, Hotels und Jugendherbergen entstanden.

So auch auf unserer Burg Lichtenberg:

Im Jahr 1922 wurde auf dem südlichen Gelände der Burg erstmalig eine Jugendherberge errichtet. Sie entstand auf dem verhältnismäßig kleinen Fundament eines ehemaligen Hauses des Geschlechtes derer von Ballwein, dessen Gewölbekeller immer noch genutzt wird.

In den Jahren 1930/31 wurde sie verlegt, 1963 umgebaut und beträchtlich erweitert. Ein kompletter neuer Aus- und Anbau erfolgte 1995 und 1996.

Die verschiedenen Bauabschnitte lassen sich recht gut an den Stilen der jeweiligen Zeit ablesen.

Insgesamt sind zur Zeit 106 Betten in 25 Zimmer vorhanden.

Quellen:

Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz Band 16

Informationsbroschüre Jugendherbe

Recherche Rauch, Burgverwaltung

Burg“Einblicke“ – Bilsdorfer Bodenfliese

Schon früher sind auf der Burg verschiedentlich Bruchstücke von roten Fliesen aufgefallen, die entweder in einer Hauswand vermauert oder im Boden gefunden wurden.

Leider konnte trotz intensiver Nachforschung nicht geklärt werden um was es sich letztendlich handelt.

Bis Dezember 2023. Bei der Brüstungserneuerung im 1. Eingangsturm wurde von Dustin Ludwig aus Bedesbach (Firma Ecker und Ludwig) eine vollständige Fliese (15 cm mal 15 cm mal 3,5 cm) gefunden.

Nun konnte auch ein bisher nur bruchteilhaft bekannter Stempel vollständig entziffert werden:

Bilsdorfer Dampfziegelei

Weitere Nachforschungen führten zu dem Dachziegelarchiv in Buchholz.

Von dort wurde die die Platte als Bodenfliese identifiziert und als richtig schön und urig bezeichnet. Leider ist der dortige Fachmann eher auf Dachziegeln als auf Bodenfliesen spezialisiert, weitere Nachforschungen laufen aber.

Trotzdem: In dem Dachziegelarchiv sind ein paar Angaben zu der Bilsdorfer Dampfziegel zu finden.

Zunächst einmal der Begriff Dampfziegelei. Ab Beginn des 20. Jahrhundert hielt die Mechanisierung auch in der Ziegel- und Fliesenproduktion Einzug.

Alle Geräte der nun mechanisierten Ziegelei wurden von Dampfmaschinen angetrieben. Daher leitet sich der Begriff Dampfziegelei ab.

Die Bilsdorfer Dampfziegelei wurde wohl 1899 gegründet und existierte bis in das Jahr 1966.

Zurück zur Burg:

In den Jahren 1905 – 1910 wurde Lichtenberg durch den preußischen Staat sowie den Kreis St. Wendel erstmalig nach ihrem Niedergang großflächig erfasst, gesichert und zum Teil wieder aufgebaut.

Bilsdorf gehörte damals, wie Teile der Burg, dem Königreich Preußen, was einen gewissen Zusammenhang darstellt.

Die Fliese im 1. Turm könnte aus diesem Zeitraum stammen, da damals auch die Sanierung und Überdachung des Torturms stattfand.

Die Frage ist nur warum sind so wenige Bodenfliesen zu finden sind.

Es ist unwahrscheinlich, dass nur zwei oder drei Fliesen gekauft und verarbeitet wurden. Wo ist der Rest oder gab es wirklich nicht mehr? Wurden sie bei späteren Arbeiten entfernt oder harren sie ihrer Entdeckung?

Quelle:

Dustin Hoffmann, Bedesbach

Dachziegelarchiv Bucholz

Wikipedia

Recherche Rauch, Burgverwaltung