Der Bergfried von Burg Lichtenberg

Burg Lichtenberg ist mit ihren 425 m Länge eine der größten Burganlagen Deutschlands. Als Spornburg wurde sie auf einem lang gestreckten Bergrücken errichtet. Auf dem obersten Punkt der Anlage befindet sich der Bergfried.

Zunächst einmal: Was ist ein Bergfried überhaupt und für was war er eigentlich gut?

Als Bergfried bezeichnet man den Hauptturm einer Burganlage, der jedoch nicht für eine dauerhafte Bewohnung vorgesehen war. Solche Türme für einen dauerhaften Aufenthalt gab es auch, man spricht dann sinnigerweise von Wohntürmen.

Der Begriff Bergfried wurde in der deutschsprachigen Burgenforschung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingeführt, wobei man sich an dem althochdeutschen Begriff „bergfrit” und dem mittelhochdeutschen Begriff „bervride” orientierte. Der Bergfried gilt als reiner Angriffs- und Verteidigungsturm ohne dauerhaften Aufenthalt der Burgbewohner. Diese lebten in einem eigenständigen Wohnbereich (Palas), der jedoch durchaus mit dem Bergfried in Verbindung stehen konnte. Im Unterschied zum älteren Wohnturm treten Bergfriede erstmals um oder bald nach der Mitte des 12. Jahrhunderts auf. Vom späten 12. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts prägte er die Burgenlandschaft Mitteleuropas. Es gab mehrere in Frage kommende Plätze innerhalb einer Burg für die Errichtung eines Bergfrieds. Bei einer Spornburg wie der Lichtenberg wurde er oftmals zur Angriffsseite hin verschoben, so dass seine Mauermassen die dahinter liegenden Gebäude gut decken konnten. Außerdem sicherte er häufig den Burgweg und das Zugangstor. Die Form war in der Regel gedrungen rechteckig oder quadratisch, die durchschnittliche Seitenlänge lag bei 6 – 12 m. Auch hier kann der Lichtenberger Bergfried mit seinen 11 Metern Seitenlänge als in der Norm angesehen werden.

Im 19. Jahrhundert, in der Zeit der Romantik, wurde der Burgfried hauptsächlich als letzter Rückzugsort definiert. Allerdings wird das durch die neuere Forschung nicht mehr vertreten. Sicherlich hatte der Bergfried eine Schutzfunktion. Die schwere Zugänglichkeit, die Dicke der Mauern, evtl. Zinnen und ein Hocheingang belegen das. Gegen einen reinen Zufluchtsort spricht, dass er für eine effiziente, offensive Verteidigung nicht geeignet war. Er war wie ein Käfig in dem sich die Insassen selbst einsperrten. Ohne einen Entsatz von außen war ein Entkommen nicht möglich.

Heute geht man davon aus, dass der Bergfried vor allem eine bedeutende Funktion als Status- und Machtsymbol darstellte.

Der Lichtenberger Bergfried dürfte zwischen der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und dem frühen 13. Jahrhundert entstanden sein. Der Bau fällt damit in die Zeit der staufischen Herrschaft und weißt entsprechend Merkmale der Stauferzeit auf (ganz typisch die verwendeten Buckelquader). Er besitzt einen annährend quadratischen Grundriss von ca. elf auf elf Metern und einer Höhe von 33 Metern.  Die Mauerstärke beträgt zwischen zwei und über drei Metern.  Berechnet man die dadurch entstehende Masse, käme man auf nahezu 1000 Tonnen Gewicht. Eine beträchtliche Last, welche nicht ohne Folgen bleibt, zeigt doch das Gestein auf dem der Turm steht Risse, die auf das enorme Gewicht des Turmes zurückzuführen sind.

Der imposante Anblick wird durch eine Eckverbauung mit Buckelquadern, die einen schmalen Randschlag aufweisen, verstärkt. Buckelquader wurden wohl bewusst eingesetzt um dem Turm ein noch machtvolles Aussehen zu verleihen.

Es ist deutlich erkennbar, dass der Bergfried im oberen Teil neu aufgebaut wurde. Und tatsächlich zeigen alte Bilder und Gemälde das Gebäude als Turmstumpf von ca. 19 Metern. Ein Wiederaufbau auf die vermutete alte Höhe sowie eine Holzüberdachung erfolge Anfang der 1980er Jahre. Inwiefern eine Holzüberdachung ursprünglich vorhanden war, liegt allerdings im Bereich der Vermutungen.

Der Turm weißt zwei Eingänge nach Nordwesten und Südosten auf. Ursprünglich lag der Eingang im nordwestlichen Bereich am Tor zur Kernburg und war durch ein dreistöckiges Torhaus gesichert. Die vorhandenen Mauern und massiven Riegellöcher erzählen noch heute von der Wehrhaftigkeit dieses Gebäudes.

Der heutige Eingang im südöstlichen Bereich führte hingegen über eine Art Brücke zu Wohnbauten, die sich an die Ringmauer anlehnten und die dort von Süden nach Nordwesten verlaufende Wehrmauer.

Im Inneren ist der Turm über eine breite Holztreppe über 4 Etagen begehbar. Ein Keller bzw. Untergeschoss im Inneren unterhalb der Eingangstür ist nicht vorhanden.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Ecken jeweils nach Norden, Süden, Osten und Westen ausgerichtet sind und so einem Angreifer am wenigsten Angriffsfläche bieten. Daher erscheint der Turm gegenüber den anderen Gebäude als im Gelände „gedreht“.

Der Bergfried ist wohl das imposanteste Bauwerk auf Burg Lichtenberg. Egal aus welcher Richtung man sich der Burg nähert, er fällt als Erstes ins Auge, was so auch durchaus beabsichtigt war. Er drückt die Macht und Bedeutung seiner Erbauer auf eindrucksvolle Weise aus.

Oftmals waren solche Blickfänge oder sogar die ganze Burg farblich gestaltet um nochmals die Bedeutung der Anlage und der Eigentümer zu unterstreichen. Hierzu gibt es für die Burg Lichtenberg allerdings keine Belege.

Die Deutsche Burgenvereinigung e.V. publizierte hierzu 1993 in ihrem Sonderheft „Putz und Farbigkeit an mittelalterlichen Bauten“ ISBN 3-8062-1069-1 interessante Beispiele und Untersuchungen.

Text: Andreas Rauch

Quellen:

Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern – Pfälzisches Burgenlexikon Band III

Reinhard Friedrich “Begriffe erkunden – Bergfried“ aus “Burgen und Schlösser”, Zeiitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 2/2022

Recherchen Andreas Rauch, Burgverwaltung

Die Burgmannen – die Winterbecher –

Nach den Burgmannen welche als Wappen die zwei Balken mit den fünf Kugeln führten möchten wir nun weitere wichtigen Burgmannenfamilien vorstellen.

Aber zuerst einmal ganz kurz: Was ist ein Burgmann und welche Aufgaben hatte er?

Seit dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren Burgmannen, die für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung zuständig waren. Oft waren es recht raubeinige Gesellen, die ihrem Herren auch in „Friedenszeiten“ wohl tatkräftig bei der Durchsetzung seiner Interessen unterstützt haben dürften. Sie fungierten aber auch als Zeugen, Bürgen und Vermittler.

Burgmannen schlossen sich oft zu einer Burgmannschaft zusammen, die nach Burgmannenrecht lebte. Dieses Burgmannenrecht war nicht einheitlich, sondern von Burg zu Burg verschieden.

In Verträgen zwischen dem Herren und dem Burgmann wurden vor allem der Einsatzort, die Zeiten ihrer Anwesenheit (Residenzpflicht), zuweilen auch die erforderliche Bewaffnung und Ausrüstung festgelegt. Der Herr konnte von seinen Burgmannen auch verlangen, ihn bei seinen militärischen Unternehmungen außerhalb der Burg zu begleiten. Sie unterstanden dem Befehl des Burgherrn oder des herrschaftlichen Burgkommandanten, eines Burggrafen oder Amtmannes. Burgmannen hatten in der Regel auf der Burg bzw. in ihrer Nähe zu wohnen (Residenzpflicht).

In späterer Zeit zahlte man den Burgmannen auch Bargeld (Renten), jedoch war der  Burgmannendienst nicht nur aus finanziellen Gründen begehrt. Wichtig für den Burgmannen war vor allem der Rechtsschutz durch den Herrn sowie die Möglichkeit auf einer Burg zu wohnen und wie ein Adliger zu leben.

Aber die Zeit holte auch das Burgmannenwesen ein. Durch den Einsatz bezahlter Söldner und Soldaten und der immer geringeren Bedeutung der Burgen als Verteidigungsanlage verloren auch die Burgmannen an Bedeutung, bis sie letztendlich im Nebel der Geschichte verschwanden.

Die Winterbecher

1387           ist ein Hans Winterbecher Bergmann auf Burg Lichtenberg belegt. Ihre Geschichte dürfte aber schon Jahre vorher hier begonnen haben. Seine Ehefrau war Katharina von Schwarzenberg.

1409            baute Hans Winterbecher zusammen mit Werner von Albrich das Haus des verstorbenen Herr Genge neu auf (ab diesem Datum das Haus Winterbecher) und erhielt zusätzlich zu diesem Lehen 10 Pfund Heller Gülte (ein historischer Begriff aus dem mittelalterlichen Finanz- und Steuerwesen. Sie bezeichnete eine aus einem Grundstück an den Grundherrn zu zahlende Steuer, Abgabe, ein Pfand oder eine Geldrente). Ob es sich hierbei um den gleichen Hans Winterbecher aus dem Jahre 1409 handelt ist nicht eindeutig belegt.

1428      Hans Winterbecher „der Junge“  hat noch ein (zweites) Haus auf Lichtenberg.

Seine Ehefrau Lyse von Ingelheim darf auf dieses Haus bewittumt werden (im Todesfall des Ehemannes Aufenthaltsort der Ehefrau)

1429                     Hans Winterbecher ist noch im Besitz des Lehens wird jedoch mit dem  Beinamen Winterbecher „der Alte“ versehen.

1433                     Ein Hans Winterbecher ist mit vielen anderen von Graf Friedrich von Veldenz zu einem ritterlichen Tag nach Meisenheim geladen. Ob der Alte oder der Junge ist mit Sicherheit nicht zu sagen.

Um 1437            verstirbt Hans Winterbecher „der Alte“. Sein Sohn Wilhelm erbt das Lehen des Vaters.

1444                      Wilhelm Winterbecher wird im „Lehen- und Rentenbuch“ Herzog Stephan namentlich erwähnt.

 

1446                     das Lehen von Wilhelm Winterbecher wird bestätigt.

 

Das Siegel der Winterbecher ist an einer Urkunde von 1378 erhalten geblieben. Es zeigt einen Querbalken dem 5 schmale längliche Rechtecke aufgesetzt sind.

 

Quellen: Regionalgeschichte.net

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text und Recherche: Andreas Rauch

Die Poternen auf Burg Lichtenberg

Poternen besaßen eine Reihe von Funktionen, wobei die Häufigkeit ihres Vorkommens in allen Epochen die Bedeutung für den Festungsbau unterstreicht.

Aber zunächst: Was ist eigentlich eine „Poterne“?

Mit dem Begriff „Poterne“ wird allgemein eine Schlupf-, Neben- oder Ausfallpforte in der äußeren Wehrmauer einer Befestigung bezeichnet. Er gilt eigentlich für fast jede Durchgangsöffnung, die einen von den Toren unabhängigen Kontakt zwischen der Befestigung und der davorliegenden Gegend ermöglicht.

Eine Abgrenzung zu Toren oder Nebentoren kann durchaus schwierig sein. In der Regel gilt: Poternen sind deutlich kleiner, weniger stark befestigt und nur mit einer einflügeligen Tür verschlossen. Sie waren nur für den Durchlass für ein oder zwei Personen, auf keinen Fall für Karren oder Fuhrwerke, da sie einen Schwachpunkt in der Verteidigung darstellten. Da sie dazu dienten ohne großen Aufwand in das Umland zu gelangen oder sich unbemerkt einem evtl. Feind näheren zu können oder als Fluchtmöglichkeit dienten, waren sie einfach und unauffällig gehalten oder sogar versteckt angelegt, während Tore und Nebentore durchaus repräsentativ gestaltet waren.

Im privaten Bereich können sie durchaus mit den auch heute noch üblichen Hausnebentüren verglichen werden.

Kaum eine größere Befestigung kam ohne Poternen aus.

Auch Burg Lichtenberg kann mit einigen Poternen aufwarten. Dadurch, dass die Burg über die Jahrhunderte immer größer wurde und sich die Wehrmauern entsprechend verlagerten, gibt es auf Lichtenberg auch im heutigen Innenbereich Poternen, die jedoch durch die Erweiterung ihren ursprünglichen Zweck verloren haben.

Es sollen hier eindeutig zuordenbare und vermutete Poternen vorgestellt werden.

Die erste Poterne befindet sich, vom Haupttor gesehen, in der dritten Wehrmauer gegenüber der ehemaligen Landschreiberei. Es handelt sich um eine ehemalige „Schlupfpforte“. Heute ist die Poterne vermauert und der Raum dahinter dient als Lager.

Die Zweite befindet sich direkt nach der Zehntscheune rechts und ermöglicht den Ausgang zum „Gebück“.

Eine Dritte findet sich zwischen dem Urweltmuseum Geoskop und dem Kräutergarten in nördlicher Richtung. Vor dieser Poterne rechter Hand ist ein zugemauerter Durchgang zu vermerken. Ob es sich um eine Poterne handelt ist nicht eindeutig gelegt, aber anzunehmen.

Eine weitere Poterne ist südlich am Ende des zweiten Zwingers durch den dort vorhandenen Zwingerturm angelegt. Ob sie ursprünglich in der jetzigen Form gebaut wurde darf angezweifelt werden, jedoch zeichnet Haarbeck bereits in seiner Geschichte der Kirchengemeinde Burg-Lichtenberg nebst Beiträgen zur Geschichte der Burg Lichtenberg aus dem Jahre 1906 eine Poterne an beschriebener Stelle in seinem Burgplan ein.

Östlich unterhalb der Wehrmauer des Bergfriedes direkt am 2. Halsgraben gibt es einen einen kleinen Vorsprung. In diesem Vorsprung ist noch ein vermauerter Durchlass sichtbar. Ob es sich tatsächlich um eine Poterne handelt ist nicht eindeutig belegt, jedoch spricht die Lage und Größe dafür. Durch diesen Durchlass hätten die Bewohner von der Wehrmauer oder dem dort gelegenen südlichen Palas vor die Wehrmauer gelangen können ohne bemerkt oder angegriffen werden zu können. Es bleibt allerdings eine Vermutung.

Textquelle „Mathias Piana: – Begriffe erkunden – Poterne, veröffentlicht in „Burgen und Schlösser“ Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege Ausgabe 2/2022

Text: Verwaltung Burg Lichtenberg – Andreas Rauch

Die Burgmannen – Sötern auf Lichtenberg

Nach den Burgmannen welche als Wappen die zwei Balken mit den fünf Kugeln führten möchten wir nun weitere wichtigen Burgmannenfamilien vorstellen.

Aber zuerst einmal ganz kurz: Was ist ein Burgmann und welche Aufgaben hatte er?

Seit dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren Burgmannen, die für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung zuständig waren. Oft waren es recht raubeinige Gesellen, die ihrem Herren auch in „Friedenszeiten“ wohl tatkräftig bei der Durchsetzung seiner Interessen unterstützt haben dürften. Sie fungierten aber auch als Zeugen, Bürgen und Vermittler.

Burgmannen schlossen sich oft zu einer Burgmannschaft zusammen, die nach Burgmannenrecht lebte. Dieses Burgmannenrecht war nicht einheitlich, sondern von Burg zu Burg verschieden.

In Verträgen zwischen dem Herren und dem Burgmann wurden vor allem der Einsatzort, die Zeiten ihrer Anwesenheit (Residenzpflicht), zuweilen auch die erforderliche Bewaffnung und Ausrüstung festgelegt. Der Herr konnte von seinen Burgmannen auch verlangen, ihn bei seinen militärischen Unternehmungen außerhalb der Burg zu begleiten. Sie unterstanden dem Befehl des Burgherrn oder des herrschaftlichen Burgkommandanten, eines Burggrafen oder Amtmannes. Burgmannen hatten in der Regel auf der Burg bzw. in ihrer Nähe zu wohnen (Residenzpflicht).

In späterer Zeit zahlte man den Burgmannen auch Bargeld (Renten), jedoch war der  Burgmannendienst nicht nur aus finanziellen Gründen begehrt. Wichtig für den Burgmannen war vor allem der Rechtsschutz durch den Herrn sowie die Möglichkeit auf einer Burg zu wohnen und wie ein Adliger zu leben.

Aber die Zeit holte auch das Burgmannenwesen ein. Durch den Einsatz bezahlter Söldner und Soldaten und der immer geringeren Bedeutung der Burgen als Verteidigungsanlage verloren auch die Burgmannen an Bedeutung, bis sie letztendlich im Nebel der Geschichte verschwanden.

Die Sötern auf Lichtenberg

1371     ist erstmals ein Sötern als Burgmann auf der Lichtenberg zu vermuten. Im Winter 1371 schließt der Graf von Veldenz mit den 15 Burgmannen der Lichtenberg einen Burgfrieden ab, welcher für alle späteren Burgfrieden grundlegend geworden ist. Genannt ist ein Johann von Lichtenberg dessen Lehen bereits erblich war. Vielleicht ist dieser Johann identisch mit Herrn Johannes Enkel von Sötern, der um dieselbe Zeit als Burgmann auf Lichtenberg genannt wird.

Belegt ist, dass spätere Sötern im Ganzen 3 Häuser auf der Lichtenberg hatten.

Der Erste von dem wir wissen, dass er mit einem Haus Lichtenberg belehnt wird ist Eberhard von Sötern (1. Haus).

1364     ist er unter den Gemeinern zu Sötern, die einen Vergleich mit Godelmann Finchel von Lichtenberg schließen

1376     ist Eberhard als Edelknecht Burgmann auf Lichtenberg und hat auf Lebenszeit seines inzwischen verstorbnen Stiefvaters Godelmann Finchels Haus mit Zubehör

1389     ist Eberhard unter den Lichtenberger Burgmannen, die zusammen mit den beiden Grafen von Veldenz den Egerer Landfrieden beschwören

1393     verbürgt er sich für Jeckelin Bornbach von Lichtenberg

1430     wird eine Katharina von Sötern auf Burg Lichtenberg erwähnt, da Sie von Siegfried Blick von Lichtenberg mit Haus und Burgseß zu Lichtenberg bewidmet (versehen) wird.

1430    erscheint ein Philipps von Sötern, da ihm von dem Grafen von Veldenz das Lichtenberger Burglehen und 2 Pfund Heller aufgebessert wird (2. Haus)

1416    und

1433     ist dieser Philipps unter den Mannen, die zu einem Mannentag beziehungweise ritterlichen Tag nach Meisenheim geladen werden.

1436     ist belegt, das Philipp sein Burglehen zu Lichtenberg, bestehend aus Haus, Hof, Äckern, Garten und 11 Pfund Heller, dem Grafen von Veldenz geliehen hat.

1445    wird diese Belehnung erneuert.

Im Zusammenhang mit einem 3. Haus ein Heinrich von Sötern sowie zwei Söhne Thomas und Heinrich erwähnt

1437    und

1445     wird Heinrich von Sötern mit einem haus zu Lichtenberg samt Hof, Garten, Äckern und 10 Pfund Geld belehnt.

1448    erhält Thomas nach dem Tod des Vaters (Heinrich) das Lehen

1456     ist bekannt, dass das Siegel des Thomas einen Schrägrechtsbalken zeigt.

1465     hat Thomas zusammen mit seinem Bruder Heinrich das genannte Lehen, denn in diesem Jahr erklärt der Herzog zu Lichtenberg, daß er die 10 Pfund, die mit dem Burglehen verbunden sind nicht ablösen wird solange Thomas und Heinrich leben.

1472    erhält Heinrich das alleinige Lehnen, da es sein Bruder Thomas freiwillig aufgegeben hat.

1483    wird diese Belehnung wiederholt.

Dies ist das letzte belegte Zeugnis derer von Sötern auf Lichtenberg. Ein Familienwappen ist und leider nicht bekannt.

Quellen: Regionalgeschichte.net

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text und Recherche: Andreas Rauch

Die Burgmannen – Die Raubsak von Lichtenberg

Nach den Burgmannen welche als Wappen die zwei Balken mit den fünf Kugeln führten möchten wir nun weitere wichtigen Burgmannenfamilien vorstellen.

Aber zuerst einmal ganz kurz: Was ist ein Burgmann und welche Aufgaben hatte er?

Seit dem späten 12. und frühen 13. Jahrhundert bestellten die Burgherren Burgmannen, die für die Bewachung (Burghut) und Verteidigung zuständig waren. Oft waren es recht raubeinige Gesellen, die ihrem Herren auch in „Friedenszeiten“ wohl tatkräftig bei der Durchsetzung seiner Interessen unterstützt haben dürften. Sie fungierten aber auch als Zeugen, Bürgen und Vermittler.

Burgmannen schlossen sich oft zu einer Burgmannschaft zusammen, die nach Burgmannenrecht lebte. Dieses Burgmannenrecht war nicht einheitlich, sondern von Burg zu Burg verschieden.

In Verträgen zwischen dem Herren und dem Burgmann wurden vor allem der Einsatzort, die Zeiten ihrer Anwesenheit (Residenzpflicht), zuweilen auch die erforderliche Bewaffnung und Ausrüstung festgelegt. Der Herr konnte von seinen Burgmannen auch verlangen, ihn bei seinen militärischen Unternehmungen außerhalb der Burg zu begleiten. Sie unterstanden dem Befehl des Burgherrn oder des herrschaftlichen Burgkommandanten, eines Burggrafen oder Amtmannes. Burgmannen hatten in der Regel auf der Burg bzw. in ihrer Nähe zu wohnen (Residenzpflicht).

In späterer Zeit zahlte man den Burgmannen auch Bargeld (Renten), jedoch war der  Burgmannendienst nicht nur aus finanziellen Gründen begehrt. Wichtig für den Burgmannen war vor allem der Rechtsschutz durch den Herrn sowie die Möglichkeit auf einer Burg zu wohnen und wie ein Adliger zu leben.

Aber die Zeit holte auch das Burgmannenwesen ein. Durch den Einsatz bezahlter Söldner und Soldaten und der immer geringeren Bedeutung der Burgen als Verteidigungsanlage verloren auch die Burgmannen an Bedeutung, bis sie letztendlich im Nebel der Geschichte verschwanden.

Die Raubesak von Lichtenberg

Einer der ältesten Burmannen der bekannt ist war Ritter Johann Raubesak – der Name spricht hier für sich – welcher von 1270 bis 1316 Burgmann auf Lichtenberg war.  Für die Familie Raubsak sind einige Nachrichten zu uns gekommen:

1270    hat Johann und seine Hausfrau Anna jährlich 8 Schillinge für das Dorf Körborn zu entrichten

1294     Johann Raubesak ist mit zwei anderen Lichtenberger Ritter Bürge für Graf Walram von Zweibrücken

1298     schenk Johann, mit Zustimmung seiner Söhne, seinen Teil am Patronatsrecht (Schirmherrschaft eines Landes- oder Grundherrn über eine Kirche auf seinem Gebiet) der Pfarrkirche zu Wolfersweiler dem Kloster Wörschweiler „damit sein, seiner Frau Anna, seiner Eltern, seiner Kinder und besonders seines verstorbenen Sohnes Johannes Gedächnis gefeiert werde.

1302    Johann ist bei der Rückgabe des Hofes Vronebach an den Probst des Klosters auf dem Remigiusberg durch Bertram von Wadenau zugegen

1298    wird Johann der Ältere genannt und 1316 der Alte.

 

Sein Sohn oder Enkel (leider nicht genau bekannt) heißt ebenfalls Johann

1354    quittiert dieser Sold, welcher er im Dienste der Stadt Metz erhalten hat.

1358    erscheint er als kurtrierischer Burgmann in St. Wendel

Ein dritter Johann Raubesack von Lichtenberg ist

1398    Gefolgsmann des Herrn Johann I. von Crichingen und

1399    quittiert er eine Entschädigung des Erzbischofs von Trier über eine Entschädigung für den erlittenen Schaden und die Dienstleistungen in einer Fehde des Erzbischofs gegen jeckeln Bornbach von Lichtenberg und Genossen.

1405    ist bekannt, dass Johann vom Erzbischof von Trier eine Jahresrente aus der Kellerei St. Wendel erhielt.

Das Wappen der Raubesak ist bekannt. Es handelt sich um einen waagerechten weißen Zickzackbalken auf schwarzem Feld.

Sicher ist, dass nur der erste Johann Burgmann auf Lichtenberg war. Aber ob dies auch einer der Übrigen gewesen war ist nicht eindeutig belegt.

Quellen:

Regionalgeschichte.net

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text und Recherche: Andreas Rauch

Impressionen Sonderausstellung Saurier im Urweltmuseum Geoskop

Die Burgmannen – Die Schwarzenberg

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Die Schwarzenberg

Es ist nicht endgültig geklärt ob die Schwarzenberg ebenfalls das Wappen mit den zwei Balken und den 5 Kugeln führte. Hierzu fehlen die Belege. Allerdings ist die Anwesenheit auf der Lichtenberg unbestritten

1429               hatte Thielmann von Schwarzenberg und

1445              Johann von Schwarzenberg

ein Haus in der „Ritterburg“ (heutige „Unterburg“).

1423             erscheint Jeckel Bornbach von Lichtenberg als Vetter von Theilmann

1454             ist Johann von Schwarzberg noch als Burgmann auf der Lichtenberg belegt

1466            Johann von Schwarzberg schließt mit dem Herzog einen Vertrag über das                          Haus auf Lichtenberg sollte er ohne männlichen Erben sterben.

1467            Johann von Schwarzberg ist Hofmeister des Herzogs (Beurkundet auf der                          Lichtenberg)

1469            lädt der Herzog Johann und Heinrich von Schwarzenberg sowie 12 andere zu einem Manngericht (Versammlung der Lehnsmannen zur Urteilsfindung in Lehnssachen) nach Meisenheim

1473                      gibt der Herzog ihm die lebenslängliche Nutznießung eines Gartens zu Lichtenberg, den vorher ein Winterbecher hatte (Beurkundung auf der Lichtenberg)

1475            wird Johann von dem Herzog mit verschiedenen Gütern belehnt                                          (beurkundet auf der Lichtenberg)

Aufgrund der verwandschaftlichen Beziehungen der Schwarzenberg auf Lichtenberg zu den Bornbach auf Lichtenberg so liegt die Vermutung nahe, dass auch die Schwarzenberg auf Lichtenberg das Wappen der auf 2 Balken verteilten 5 Kugeln geführt haben. Eine sichere Feststellung war bisher jedoch nicht möglich. Zwar wurde von Thielmann von Schwarzenberg in München ein Siegel aus dem Jahre 1416 gefunden, jedoch nur mit zwei Querbalken ohne die Kugeln. Johann von Schwarzenberg hat desöfteren gesiegelt, jedoch ist das Siegel nicht erhalten geblieben.

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch

Die Burgmannen – die Esch

In der veldenz‘ischen Zeit der Burg 1214-1444 finden sich unter den Burgmannen auffallend viele Träger eines Wappens mit 2 waagrechten Querbalken, von denen der obere mit 3, der untere mit 2 Kugeln belegt ist.

Dieses Wappen kann als echtes Lichtenberger Burgmannenwappen gelten, die Träger waren nachweislich auch untereinander verwandt. Durch die Farben, die nicht mehr alle bekannt sind, dürften sich die Wappen der einzelnen Familien voneinander unterschieden haben.

Zur Anschauung verwenden wir das Wappen derer von Esch (Burgmannen im 14.  und 15. Jahrhundert) Hier wurde erstmalige die Wappenfarbe beschrieben – unklar ist allerdings die Farbe der Kugeln: schwarz oder gelb.

Übrigens: Im Wappen der Gemeinde Thallichtenberg zu der Burg Lichtenberg gehört finden sich heute noch die Balken und fünf Kugeln.

Die Esch

Bei dieser Familie werden auch erstmalig Farben des verwendeten Wappens der zwei Balken und der 5 Kugeln angegeben: Schild rot, Balken weiß, Kugeln gelb (jedoch nach anderen Angaben schwarz).

Erstmalig wird Ensfrid von Esch Ende des 14. Jahrhunderts unter den Burgmannen auf Lichtenberg aufgezählt.

 

1383,1387 und 1388      siegelte dieser in verschiedenen Urkunden

1457                           wird neben Ensfrid auch ein Jakob von Esch als Burgmann erwähnt

1457                          wird ein Werner von Esch als Hofmeister der Herzogin erwähnt und                                    hatte 15 Pfund Heller als erbliches Lichtenberger Burglehen

1467                          schuldet ihm der Herzog 200 Gulden und entschädigte ihn dafür aus                                    den Gefällen (Erträge, Einkünfte oder Abgaben) zu Lichtenberg

1472                          ist Werner Esch Hofmeister des Herzogs

1485                          quittiert Werner Geld welches ihm der Herzog wieder erstattet hat.

 

Aber das nie stillstehende Rad der Zeit lief auch für diese Familie. Ab dem 16. Jahrhundert sind die Eschs nicht mehr auf Burg Lichtenberg erwähnt.

Quelle:

Haarbeck: Die Grafen von Veldenz und ihre Burgmannen auf Lichtenberg 1214 – 1444

Text: Andreas Rauch